Die Zumutung der Macht an den Geist, schrieb einst Karl Kraus in der »Fackel«, bestehe darin, Lüge für Wahrheit, Unrecht für Recht und Tollwut für Vernunft zu halten. Kaum etwas bestätigt dieses Diktum eindrucksvoller als ein Friedensnobelpreisträger, welcher der Welt erklärt, dass weiterhin Krieg geführt werden müsse. Derweil empfindet der oberste deutsche Soldat seine Entlassung als »ehrenrührig«, will »die enge Weste der Loyalität ablegen«.
Fragt sich nur, warum er dies nicht schon 2003 tat, als ihm befohlen war, mit Tausenden Bundeswehrsoldaten vielfältige Unterstützungsleistungen für das völkerrechtliche Verbrechen zu erbringen, das die USA mit ihren Alliierten gegen Irak und seine Menschen verübten. Entfallen war General Schneiderhan damals wohl, mit welch markanten Worten Prinz Friedrich Karl von Preußen, anno 1860 einen seiner Majore angeschnauzt hatte: »Herr, dazu hat Sie der König zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht zu gehorchen haben.« Und nota bene hält er im Gegensatz zu seinem ehemaligen Dienstherrn, der sich als durchaus lernfähig erwiesen hat, bis heute das Bombenmassaker von Kundus für »militärisch angemessen«.
Bei dieser maßgeblich vom Kommando Spezialkräfte gesteuerten Operation ging es dem Bundeswehroberst Klein, der die beiden US-Jagdbomberpiloten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zum Abwurf ihrer tödlichen Fracht verleitet hatte, laut seiner schrift-lichen Meldung darum, möglichst viele »INS« (NATO-Jargon für zum Abschuss freigegebene menschliche Ziele) zu vernichten.
Und so verbrannte eine infernalische Explosion unter anderem den 13-jährigen Ayaz Mohd Wali, dessen Name auf einer von Amnesty International veröffentlichten Opferliste steht, innerhalb eines Sekundenbruchteils zu einem verkohlten Klumpen Fleisch. Dies geschah heimtückisch, aus großer Höhe, ohne Vorwarnung. Und grausam, bei lebendigem Leibe. Und mit gemeingefährlichen Mitteln in Gestalt zweier lasergesteuerter GBU-38-Bomben. Starben die offiziell genannten 142 Afghanen nun den vom römischen Poeten Horaz verklärten »süßen und ehrenvollen Tod für ihr Vaterland«? Oder würde nicht Kurt Tucholsky, so er noch lebte, vielmehr von »Massenmord aus luftiger Höhe« sprechen?
Zu den Eigentümlichkeiten der Kundus-Affäre gehört auch, dass die nicht eben als Hort des seriösen Journalismus geltende BILD-»Zeitung« durch die Bekanntmachung geheimer Bend-lerblock-Papiere und -Videos zum exklusiven Informationsmedium zu mutieren scheint. Indes begeht jener »Deep Throat« mit seinem Geheimnisverrat – und um solchen handelt es sich im vorliegenden Falle ganz offensichtlich – eine mit Freiheitsentzug bewehrte Straftat. Das evoziert die Frage, inwieweit der Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr, aus dessen unterstelltem Bereich heraus eklatante Straftaten verübt werden, die tatsächliche Kontrolle über sein Amt ausübt. Hier wird der schneidige Freiherr sich erklären müssen.
Jürgen Rose weigerte sich im März 2007, den Einsatz von Tornado-Waffensystemen in Afghanistan zu unterstützen. Er vertritt in diesem Beitrag nur seine persönlichen Auffassungen.
... dass der Journalist zwar kein Analyst ist , jedoch Hintergründe zumindest grob überblickt . Der 11. September , der Irak- und der Afghanistaneinmarsch haben eine gemeinsame Plattform . Die Mittel und Methoden eines George Dabbelju sind nicht die eines Barak Obama . Gleichwohl dürfte er , rechtzeitig zum Zuge gekommen , den 11. September nicht am Halse gehabt haben . Ebenso den Irak und Afghanistan . Dem Credo dieses Präsidenten gemäß wäre die gesamte Völkerfamilie auf diplomatischem Wege Saddam Hussein und den Taliban auf die Pelle gerückt . Man kann nicht mit letzter Sicherheit angeben , wie sich das entwickelt hätte . Tatsache ist , dass selbst der stockverbohrte Iran an Präs. Obama ob dessen Credo nicht vollkommen vorbeikommen kann . Für Afghanistan steht dezidiert die Frage , was passiert , wenn jetzt schlagartig alle Kontingente abziehen . Bevor irgend etwas orakelt wird , muss die Völkerfamilie diese Frage klar beantworten und dann sagen , was sie will bzw. in Kauf nehmen will !
Präs. Bush jr. hatte mitnichten vorrangig die Leiden des durch Saddam Hussein traktierten Volkes im Auge gehabt . Tatsache ist , das Land war von einem Schlächterregime befreit worden . Tatsache ist aber auch , eine fremde Kultur befindet sich als Pfahl im Fleische eines Volkes .
Präs.Obama arbeitet auch daran . Tragfähige Konzepte von Jedermann dürften sehr willkommen sein !
Aufgabe von Militärs ist es für gewöhnlich nicht , die Politik zu kritisieren . Gleichwohl ist der höhere Militär zum Ungehorsam verpflichtet , wenn die militär.Lage aussichtslos ist und die Operationen in Verbrechen ausarten . Beispiel : Rommel ! Bezüglich Afghanistan hat schlichtweg die Plutokratenclique in Berlin dilettantisch gehandelt , so dass der Oberst eher aus einer wohl dezidieretn Notwehrsituation heraus das gemacht hat , was man auf keinen Fall machen darf : Im Dunkeln Bomben in eine Menschenansammlung hinein werfen .
... sind die Dinge in Afghanistan so hochgradig vermischt (Korruption , Wer ist Wer ...) , dass nicht nur die Taliban militärisch besiegt werden , sondern auch innenpolitisch demokratische Formen an die starke Hand genommen werden müssten . Da dürften sich Konflikte mit dem Völkerrecht ergeben . Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ist Präs. Osama bin Laden - soweit noch handlungsfähig - nicht das geistige Oberhaupt der Taliban und auch nicht ausschließlich Al Quahida ! Er ist der Vertreter des Ausgleichs zwischen den Welten , gleichwohl mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch über das Schmarotzertum der ersten Welt in der übrigen Welt . Präs. Obama weiß dass , kennt den logistischen Vorlauf des 11. September und befindet sich - insbesondere als US - Präsident - bezüglich all dessen in keiner sonderlich komfortablen Lage . Gleichwohl arbeitet er an der Lösung ! Wenn die Völkerfamilie ihn nicht abschießt , wird es die Lösung geben , und zwar als friedliche Lösung ! Die 33000 Boys sind erst einmal eine einseitige amerikan. Lösung , weil Amerika die Sache verbiockt hat .
Unter mitlitärpolitisch-strategischem Aspekt hätte man wissen müssen , dass man die Taliban nicht einfach blos so vertreiben kann ! Das hatte man auch gewusst ! Dass man es trotzdem getan hatte , hat vielfälltige , zweifelhafte Hintergründe . Hiesigenorts sträubt sich bei uns alles , Afghanistan jetzt vollkommen im Stich zu lassen . Im "Wachhündchenmodus" dürfte nichts auszurichten sein . Ein geballtes frontales Vorrücken würde militärisch zum Sieg verhelfen , zeitigte dann jedoch den "Irak-Effekt" : Pfahl im Fleische ... !
Die erste Welt muss das Gespräch mit bin laden , resp.dessen Nachf. suchen und sich dabei gehörig an die eigene Nase fassen !
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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