Die Kirchenfürsten meinten, es sei Zeit für ein »Basta!« Die Geschichte beweise, dass jeder, der als Verteidiger von Menschenrechten antrete, sich früher oder später als Tyrann entpuppe. Katarzyna Wisniewska vermutete in der »Gazeta Wyborcza«, gemeint seien die Richter des Europäischen Gerichtshofs mit ihrem Spruch zum Kruzifix in öffentlichen Institutionen.
Was bisher so scharf nur von einigen Bischöfen zu hören war, ist zum Standpunkt des ganzen Episkopats geworden. Polens Primas, Erzbischof Henryk Muszynski, sagte, »Noch nie waren das Leben von Kindern, die Würde des Menschen und deren Entwicklung so bedroht wie jetzt.« Der Mensch des 21. Jahrhunderts lasse die Stimme Gottes nicht zu. Bischof Stanislaw Stefanek aus Lomza beschimpfte Feministinnen als »Vertreterinnen verkommener Weiblichkeit«, weil sie sich für künstliche Befruchtung einsetzen. In Kielce donnerte Bischof Kazimierz Ryczan: »Herod, Nero, Hitler und Lenin ist es nicht gelungen, Christus und das Heilige Kreuz zu besiegen, auch Zapatero wird dies nicht gelingen.«
Die »Gazeta Wyborcza« zitierte dazu den verstorbenen Priester und Philosophen Jozef Tischner: »Manche Seelsorger sind nicht fähig zu denken, wenn sie keine Feinde haben. Ihre Reden sind wie ewige gen Himmel gerichtete Anzeigen gegen die Welt«.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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