Nach unserer 52-teiligen Geschichten- und Interview-Serie zum Jubiläum des Mauerfalls werden wir ab nächste Woche an jedem Samstag bis zum 3. Oktober dafür einen Blick in die eigene Zeitung vor 20 Jahren werfen. Wir gehen Schlagzeilen, Interviews, Reportagen, großen und kleinen Nachrichten einer Woche nach, die die ND-Leser exakt zwei Jahrzehnte zuvor beschäftigt haben – sei's in der Innen- oder Außenpolitik, im Feuilleton oder im Sport.
Die Veröffentlichungen von einst sollen freilich nicht nur Anlass sein, sich etwa nostalgisch zu erinnern – wir nutzen sie als Ausgangspunkt für eine Recherche im Heute. Womöglich sind die »Aufreger« von damals noch immer ein Thema, vielleicht mischen frühere Protagonisten an anderer Stelle weiter mit – wir lassen uns überraschen und die ND-Leser an solchen Aha-Erlebnissen teilhaben.
Entstehen soll ein Bild, das gewiss nicht nur rosarot sein wird, wie uns die gängige Politik seit Helmut Kohls blühenden Landschaften einzureden versucht – entstehen soll aber auch nicht ein in Buchstaben umgesetztes Klagelied. Herauskommen soll vor allem eine ehrliche Bestandsaufnahme. Denn während für viele Politiker wie Publizisten mit der Euphorie des 9. November 1989, den erwartungsvollen langen Schlangen vor den Banken am 1. Juli 1990 und den Feierlichkeiten am 3. Oktober die Geschichte der deutschen Einheit hinreichend erzählt ist, haben sich damals in beinahe jeder Woche Veränderungen für DDR-Bürger vollzogen, an die zu erinnern nicht ohne Reiz ist – mitunter aber auch nicht ohne Schmerz. Und die in der Mehrzahl der Fälle bis ins Heute wirken. Schließlich war gerade dieses Jahr 1990 für die Ostdeutschen ein Wechselbad der Gefühle. Die Ereignisse überschlugen sich nicht nur in der ganz großen Politik in Bonn und Berlin, sondern oft auch im Kleinen und Privaten. Dicht neben ungewohnten Chancen machten sich ungewohnte Ängste breit – nahe der Hoffnung lauerte oft die Enttäuschung.
Während zu Jahresbeginn noch Modrow-Regierung, Runder Tisch und die Volkskammerwahlen vom 18. März die Gemüter erhitzten, sorgten die 2-plus-4-Gespräche, die Wirtschafts- und Währungsunion und vor allem das unsägliche Wirken der Treuhandanstalt im Sommer und Herbst für viel Gesprächsstoff. Und massenhaften Zeitungsstoff. Im Schatten dieser großen Ereignisse aber haben Millionen Menschen im östlichen Landesteil ihren ganz eigenen Weg in die deutsche Einheit beschritten – begeistert die einen, skeptisch andere, widerwillig die dritten. Begleitet von Sympathie, Hilfe, Häme und Glücksrittertum aus dem Westen. Und auch das hat im »Neuen Deutschland« immer eine große Rolle gespielt. Weshalb die Ermittlung beiderseitiger Befindlichkeiten 20 Jahre danach an konkreten Beispielen stattfinden kann. Das dürfte spannend für Journalisten und Leser werden. Jedenfalls mit Sicherheit spannender als die üblichen Reden der üblichen Politiker bei den üblichen Jubiläumsfeierlichkeiten.
Teil 1 am 9. Januar: Protest gegen Rechts nach Anschlägen auf sowjetische Ehrenmale
Gleich im ersten Satz ein rätselhaftes Komma mitten in einem schlichten Hauptsatz. Und das wird dann auch noch Heine in die Schuhe geschoben.
Gott verbiete das jemand seinen Besitz auch mal selbst benutzen moechte!
.....und sie versinkt im tiefer im Sumpf des Kapitals..........
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