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Liebe Leserinnen und Leser,
in den Händen halten Sie die erste Ausgabe des Jahres 2010. Eine Ausgabe, die, so hoffe ich, Ihren Erwartungen an unsere Zeitung entspricht, auch wenn sich dieser und jener Leser nicht mit jeder Zeile einverstanden erklären kann und natürlich auch nicht muss. Zu Beginn des vergangenen Jahres war für uns angesichts der schlechten wirtschaftlichen Prognose noch nicht klar, ob wir Ihnen ein solches Produkt am 2. Januar 2010 bieten können. Die folgenden Monate waren gekennzeichnet durch zum Teil rigide Sparmaßnahmen, aber vor allem durch das Nachdenken in Redaktion und Verlag darüber, welcher Weg zu gehen ist, um diese in gewisser Weise einzigartige Tageszeitung in Deutschland zu erhalten und fast hundert Arbeitsplätze zu sichern.
Nach einem Jahr können wir sagen: Wir haben ein gutes Stück auf dem Weg zu dem Ziel, die Zeitung »Neues Deutschland« langfristig am Markt zu halten, geschafft, haben eine Phase der Stabilisierung durchlaufen – ohne gleich zu behaupten wir sind »über den Berg«. Dass wir 2009 ein für die Zukunft optimistisch stimmendes Jahresergebnis erreichen konnten, ist zum einen der angestrengten Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Unternehmens zu danken, zum anderen natürlich – und dies ganz besonders – Ihrer Hilfe und Unterstützung, liebe Leserinnen und Leser. Nachdem wir unsere wirtschaftliche Situation öffentlich gemacht haben – ein nicht unumstrittener Akt in dieser Gesellschaft, in der man gefälligst keine Schwächen zu zeigen hat, wenn man Erfolg haben will –, gelang es uns in den Monaten August bis Oktober, eine für unsere Verhältnisse und finanziellen Möglichkeiten große Zahl neuer Abonnenten zu gewinnen. Und was uns besonders freut: Ein nicht unbeträchtlicher Anteil von etwa 25 Prozent dieser Aktionsabo-Leser hat sich bis jetzt dafür entscheiden können, die Zeitung nach dem Kurzabo längerfristig zu beziehen. Dadurch gelang es uns, die Verlustquote an bezahlten Abonnements, die Anfang 2009 im Jahresvergleich bei über fünf Prozent lag, auf unter vier Prozent zu drücken.
Mit 37 500 zahlenden Abonnenten, davon rund 2500 in den alten Bundesländern (da konnten wir auch im Jahresvergleich zulegen) haben wir nun eine deutlich bessere Ausgangsposition als im letzten Jahr, auch wenn die Auflagenentwicklung übers Jahr betrachtet immer noch negativ ist. Wir werden aber für das letzte Vierteljahr 2009 zum zweiten Mal hintereinander ein Quartal mit steigender Abozahl ausweisen. Eine Entwicklung, die wir lange nicht mehr hatten. Vor diesem Hintergrund ist es auch berechtigt, ein positives Resümee der zum 1. Oktober vollzogenen Änderungen in der Zeitung zu ziehen.
Die Umfangserweiterung der Bundesausgabe und das damit einhergehende stärkere Angebot an Regionalinformationen ist durchweg positiv aufgenommen worden. Die überwiegende Mehrheit der Leserinnen und Leser hat sich inzwischen an die neue Darstellung der TV-Informationen gewöhnt. Viele Leserinnen und Leser haben uns in den letzten Monaten bescheinigt, dass die Zeitung interessanter und informativer geworden ist. Die ersten Reaktionen auf den neuen Internet-Auftritt (www.neues-deutschland.de) sind mehr als ermutigend. Dabei nehmen wir die uns übermittelten Kritiken und Hinweise ernst, werden zum Beispiel für unsere Berliner Leserinnen und Leser ab Ende Januar auch wieder ausführlichere Tipps für interessante Veranstaltungen, Theateraufführungen und Ausstellungen in der Hauptstadt bieten. Und an die Rätselfreunde die Bitte: Seien Sie offen für andere Angebote als die vielleicht jahrelang gewohnten; dem »Troll« können und wollen wir keine Konkurrenz machen.
Das Jahr 2010 und die folgenden zwei, drei Jahre werden der Konsolidierung dieses Zeitungsprojektes dienen, wobei die Suche nach Einsparpotenzialen immer einher gehen muss mit dem Ausbau der redaktionellen Kompetenz und der Stabilität im Vertrieb. Wer uns dabei über sein Abonnement hinaus unterstützen möchte, kann dies unter anderem über das ND-Unterstützerkonto tun:
ND-Unterstützerkonto
Konto-Nr. 588 000 3408
Berliner Bank AG
BLZ 100 200 00
Angesichts der Tatsache, dass Zeitunglesen wie alles im Leben eine endliche Angelegenheit ist und uns schon deshalb monatlich etwa 100 bis 120 Leserinnen und Leser verlassen (müssen), ist es für ND überlebensnotwendig, seine Leserschaft zu »verjüngen«. Ein Problem, das die deutschen Qualitätszeitungen allesamt zu bewältigen haben. Ein Patentrezept dafür hat niemand in der Tasche, auch wir nicht. Und einen Automatismus – erstarkende LINKE gleich mehr ND-Leser – hat es in den letzten Jahren nicht gegeben und wird es wohl auch in Zukunft nicht geben.
Da wirken auch bei Linken ganz normale Marktmechanismen: Eine Zeitung muss für mich ganz persönlich interessant, informativ, lesbar sein, ich muss sie bezahlen können, und ich will sie nach Möglichkeit morgens früh um sechs im Briefkasten haben – oder täglich in meinem Zeitungsladen um die Ecke. An Letzterem werden wir in den nächsten ein, zwei Jahren vor allem in den alten Bundesländern weiter arbeiten müssen, was Geld kostet. Bezahlbarkeit ist sicher auch ein Grund dafür, dass wir einige Interessenten, die ND gern beziehen würden, nicht erreichen werden. Obwohl es auch dafür in vielen Fällen eine Lösung gibt: Da wir nun mal »käuflich« sind, kann man mit uns in bestimmten Maßen auch handeln …
Für ersteren Mechanismus nur diesen Hinweis: »Marxistisch-leninistische« Selbstbestätigungen und Erklärungsmuster werden und wollen wir – seit nunmehr 20 Jahren – nicht mehr bieten. Und natürlich kann man bejammern, wie schwer es doch die LINKE in Deutschland medial hat. Aber dann sollte man an sich am Markt behauptenden sozialistischen Tageszeitung nicht ignorant vorbeigucken. Und wo man sie im näheren Umfeld nicht findet, kann man sie anfordern – entweder beim Zeitungshändler oder bei uns. Wir werden in jedem Fall reagieren.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, und uns ein spannendes Jahr 2010 mit viel interessantem Stoff zum Lesen, Nachdenken und Streiten. Lassen Sie uns gemeinsam die Dinge weiter voranbringen.
Ihr
Olaf Koppe, Geschäftsführer
Euer Weihnachtsrätsel kam dem Troll- Niveau doch sehr nahe- getreu dem Motto: Reim dich oder ich schlag dich tot. Ich war, wie viele andere Leser, in der Lage, so dumm zu denken, wie in der Auflösung gefordert . Es ging aber über meine Ehre als halbwegs intelligenter Mensch, Euch vor allem den in seiner Albernheit nicht zu übertreffenden letzten Vers als wirklich gewollte Lösung anzubieten. Mein ND verlangt mir mehr ab, dachte ich - daneben gelegen- Gewinnschance vertan.
Ich halte Euch meinen Reim dagegen und hoffe, dass Ihr trotz der Sparzwänge auch im Unterhaltungsteil zur alten Größe zurückfindet:
"Ich lass mich gern auf Neues ein,
allein, es muss kein Schwachsinn sein."
Ich glaube an Euch und wünsche uns auch im Jahr 2010 ein kraftvolles und auf jeder Seite gut gemachtes ND.
M. Schepe
Mit den Änderungen im ND, insbesondere mit der Rubrik "Aus den Ländern", ist ein richtiger Schritt der bundesweiten Öffnung neben dem Reiseteil nachvollzogen worden. Als Münchner schätzte ich die Berichte aus Bayern. Weiter so!
20:00 Uhr, Berlin
Preis: 4,00 €
Preis: 39,99 €