Helge Buttkereit 05.01.2010 / Ausland

Lateinamerikas soziale Bewegungen

Sammelband vermittelt einen lehrreichen Überblick über politischen Protest auf dem Subkontinent

Es gibt wohl keine Region der Welt, in der die sozialen Bewegungen solch ein Gewicht haben, wie derzeit in Lateinamerika. Das hat viel mit ihrer Geschichte zu tun. Das Buch ¿»El pueblo unido«? (Das einige Volk?) liefert einen gehaltvollen Überblick über Vergangenheit und Gegenwart.

Die sozialen Bewegungen haben es weit gebracht in Lateinamerika. Am weitesten bisher in Bolivien. Dort sind sie in der Regierung angekommen, was logischerweise ihren Charakter verändert. Denn »soziale Bewegungen« beschreibt als Begriff – stark vereinfacht – eine außerhalb und gegen die Regierung stehende Interessengruppe. »Soziale Bewegungen, die sich als Emanzipationsbewegungen gegen rechtliche Unterdrückung, ökonomische Ungerechtigkeit und mangelnde politische Partizipationsmöglichkeiten zur Wehr setzen, haben in Lateinamerika eine lange Tradition.« So fassen Georg Ismar und Jürgen Mittag als Herausgeber eines neuen Buches zu den sozialen Bewegungen des Kontinents zusammen. Tradition und Gegenwart von so vielen unterschiedlichen Bewegungen in einem Band vereint, das ist ein waghalsiges Unternehmen. Herausgekommen ist aber ein gehaltvoller wissenschaftlicher Überblick, der auch Schwächen hat, was aber kaum zu vermeiden ist. Die jeweils elf Länder- und Themenbeiträge des Bandes legen dabei nahe, dass sich die jeweiligen sozialen Bewegungen vor allem an nationalen historischen Gegebenheiten und Traditionen orientieren.

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