Erstmals einen gemeinsamen Bericht über die gesundheitliche Lage der gesamten Region legten gestern AOK, Barmer und HealthCapital vor. Das vielleicht erstaunlichste Ergebnis der ausdrücklich »länder- und kassenübergreifend« erstellten Untersuchung könnte gewesen sein, dass sich Berliner und Brandenburger nicht unterscheiden. Überall in Hauptstadt und Bundesland steigt mensch stabil knapp zwei Wochen aus, wenigstens kränklich erweist er sich als völlig vereint.
Der Krankenstand steigt gleichermaßen und liegt für beide Länder einträchtig über dem Bundesdurchschnitt. Die Berliner leiden unter dem Stress der Großstadt offenbar nicht stärker als die Brandenburger an der Einsamkeit der Fläche – oder beides hebt sich auf. Sichtbare Unterschiede zwischen Bezirken, kreisfreien Städten und Regionen werden von den Experten jedenfalls mit Tätigkeiten, Alter oder persönlicher Kassenlage begründet.
Insgesamt ist nur logisch und sinnvoll, dass Berlin und Brandenburg beide ihren gemeinsamen Bericht gefertigt haben. Da ließ sich Aufwand begrenzen, gemeinsam folgern und abgestimmt handeln. Das muss von der föderalistischen Trennung freilich zugelassen werden. Warum nur ist, selbst wenn es um Krankheiten geht, das Leben weiter als die politische Realität? Aber es ist ja gemeinhin das Rätsel von Untersuchungen, dass sie mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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