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Von Sarah Liebigt 11.01.2010 / Berlin / Brandenburg

Schrittweise zur Uni für alle

Erste Erfolge im Bildungsstreik / Unis planen Fortsetzung und Dialog mit Bildungssenator

An den Fenstern des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität in Berlin (HU) hängt noch ein einzelnes Plakat, die Flure sind ruhig. Der größte Hörsaal der Humboldt-Universität ist nach wie vor besetzt. Die Besetzung an der Beuth Hochschule für Technik wurde vor Weihnachten beendet, die Studierenden sind in andere Räumlichkeiten umgezogen. Im Hörsaal 1A der Freien Universität (FU) sowie an der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) dauert die Besetzung an.

Dennoch ist es mit den Räumungen besetzter Säle in anderen Bundesländern ruhig geworden um den Bildungsstreik. Der Terminkalender des Berliner Bildungsstreiks ist zwar voll, an jeder besetzten Uni finden zur Zeit nahezu täglich Sitzungen und Treffen statt. Doch das Semester neigt sich dem Ende zu, die Studierenden haben Prüfungsstress und daher wenig Zeit.

Erste Erfolge gibt es im Berliner Bildungsstreik dennoch. Die Studenten der FU haben einen ersten Teilerfolg erzielt: »Wir haben in den Verhandlungen mit dem Akademischen Senat erreicht, dass die Anwesenheitslisten ausgesetzt werden«, berichtet Ben Stotz, Student an der FU. Heute trifft hier erneut der Runde Tisch zusammen. Am kommenden Donnerstag soll ein weiteres Treffen mit Kanzler Peter Lange stattfinden, bis dahin sei die Besetzung garantiert, heißt es seitens der Streikenden der FU.

Die Abschaffung der Anwesenheitspflicht ist neben der generellen Überarbeitung der Bachelor- und Masterstudiengänge einer der wichtigsten Punkte im Bildungsstreik. An der HU erreichten die Studenten eine Aussetzung der Anwesenheitskontrollen. »Wir hoffen, bis zum Ende des Semesters die Abschaffung der Anwesenheitspflicht zu erreichen«, sagt Gerit Aust, Student und Vertreter der Streikenden an der HU. Auch die Streikenden an der Alice-Salomon-Hochschule wollen einen Antrag auf Abschaffung der Anwesenheitspflicht an den Akademischen Senat stellen. An der Beuth Hochschule für Technik wird derweil die Umsetzung der bisherigen Forderungen im Akademischen Senat geplant.

Während an jeder Hochschule die individuellen Forderungen umgesetzt werden, treffen sich die Studierenden regelmäßig; unter anderem, um eine geplante Gesprächsrunde mit Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) vorzubereiten. Zöllner hatte sich Mitte Dezember zu Gesprächen bereit erklärt und dazu das besetzte Audimax der Humboldt-Uni besucht. Studierende nahezu sämtlicher Hochschulen in Berlin waren zu dem Gespräch gekommen. Dieses Treffen verlief jedoch ergebnislos, der Senator vermied klare Aussagen und reagierte auf Kritik und Fragen der Studierenden mit Ausflüchten.

Vorbereitend für eine bundesweite Demonstration am 30. Januar in Frankfurt am Main fand zudem ein Vernetzungstreffen der Berliner Aktiven statt. Unter dem Motto »die uni gehört allen« mobilisieren die Streikenden zum Protest.

Die Fortsetzung des Bildungsstreiks im Sommersemester wird bereits geplant. Der offizielle Terminkalender des Berliner Bildungsstreiks endet jedoch vorerst mit dem Wintersemester. Bleibt abzuwarten, ob das Engagement der Studierenden die vorlesungsfreie Zeit überlebt.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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