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Von Jörg Meyer 11.01.2010 / Inland

Protest gegen Nazis in Dresden

Bündnis »Dresden stellt sich quer« ruft zu Blockade des jährlichen Naziaufmarsches auf

Der seit Jahren im Februar wiederkehrende Naziaufmarsch in Dresden könnte 2010 erstmals erfolgreich blockiert werden. Ein Bündnis von Jusos über Linkspartei und Grüne bis zur Antifa ruft zu Blockaden auf.

In diesem Jahr könnte es klappen. Zum Protest gegen den jährlichen Naziaufmarsch in Dresden ruft ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, linken Organisationen und Initiativen auf, und so viel Einigkeit herrschte auch über die Elbestadt hinaus selten. Das Ziel: Der braune Aufmarsch, der zu den größten in Europa zählt, soll erstmals blockiert und so verhindert werden.

Das Bündnis »Dresden stellt sich quer« will an den Mobilisierungserfolg von 2009 anknüpfen, als rund 10 000 Menschen in Dresden gegen die Nazis auf der Straße waren. Damals konnten die braunen Geschichtsrevisionisten, die mit ihrem Aufmarsch jedes Jahr wieder versuchen, das Gedenken an die alliierten Bombenangriffe auf die Elbstadt zu vereinnahmen, allerdings ungestört marschieren. Das solle in diesem Jahr anders werden. Das Bündnis »orientiert sich an Massenblockaden wie etwa im Sommer 2008, als in Köln Zehntausende einen rassistischen Anti-Islam-Kongress durch Blockaden verhinderten«, heißt es in einer Mitteilung. »Wir wollen an die positiven Beispiele aus Jena, Köln und anderen Städten anknüpfen«, sagt Bündnis-Sprecherin Lena Roth. In Köln verhinderten Zehntausende im September 2008 einen rassistischen Anti-Islam-Kongress, indem sie die Innenstadt komplett blockierten.

Unter den Erstunterzeichnern des antifaschistischen Aufrufes findet sich neben Prominenten, wie dem Ärzte-Schlagzeuger Bela B., auch der Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD). Dort hat man mit dem faschistischen »Fest der Völker« ebenfalls eine jahrelange Erfahrung mit rechten Großveranstaltungen.

So große Einigkeit wie in diesem Jahr herrschte bei den Protesten gegen Rechts in Dresden noch nie. In den letzten Jahren waren die Vorbehalte zwischen BürgerInnen und Antifa oder auch die Streitigkeiten innerhalb der Linken so groß, dass es regelmäßig mehrere Protestveranstaltungen gab. 2009 kamen zwar knapp 4000 Antifas nach Dresden, um sich den rund 7000 Nazis in den Weg zu stellen. Zur »Blockade« wurde damals jedoch nicht aufgerufen. Zu groß war die Gefahr, dass die Gegendemonstration hätte verboten werden können.

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