Warschau (AFP/dpa/ND). Der Verein »Zug der Erinnerung« zum Gedenken an die Massendeportationen während des Dritten Reiches hat den polnischen Opfern seine Unterstützung zugesichert. Die Deutsche Bahn sei eine »historische Erbin« der Bahnen des Dritten Reiches, die damals Millionen Menschen in Konzentrations- oder Arbeitslager deportiert hätten, sagte der Sprecher des Vereins, Hans-Rüdiger Minow, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Warschau. Die Bahn wolle 2010 in den polnischen Markt einsteigen, um dort Gewinne zu machen. Vorher müsse sie aber ihre Schulden und Forderungen begleichen.
Zwei Verbände polnischer Deportierter hatten am Dienstag Entschädigungszahlungen von der Deutschen Bahn gefordert. Die Bahn sei die Nachfolgerin der Deutschen Reichsbahn, die finanziell von dem Transport von Nazi-Opfern profitiert habe, hatte der größte Deportiertenverband des Landes argumentiert. Wenn die Deutsche Bahn auf dem polnischen Markt aktiv werden wolle, sei es nur gerecht, wenn sie einen Teil ihrer Einkünfte den ehemaligen Deportierten zur Verfügung stelle. Stanislaw Zalewski vom Verband ehemaliger politischer Häftlinge betonte, es gehe nicht um Entschädigungsansprüche, sondern um humanitäre Hilfe. Die Schaffung eines Fonds für die Opfer wäre ein »Zeichen guten Willens«, erklärte der 84-Jährige, der mit 18 Jahren ins KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt worden war.
Nach Angaben des Vereins »Zug der Erinnerung« verdiente die Reichsbahn mindestens 445 Millionen Euro mit den Massendeportationen. Möglicherweise sei es sogar mehr als eine Milliarde Euro gewesen, heißt es in einer Studie des Vereins. Die Deutsche Bahn hatte Ende 2009 eine Lizenz bei den polnischen Behörden beantragt, um gemeinsam mit der polnischen PKP Intercity von Berlin aus eine Linie ins polnische Ostseebad Kolobrzeg zu betreiben.
Re: Man kann wohl nur einseitige Berichterstattung erwarten,
Gott verbiete das jemand seinen Besitz auch mal selbst benutzen moechte!
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