Udo Schmitz macht sich mit Carrom für die Asientour warm.
Foto: privat
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Was erwartet die Teilnehmer?
Nach der Landung in Bangalore fahren wir über Mysore, berühmt wegen seiner Maharadschas, und Coimbatore nach Chennai, das einstige Madras und Heimatstadt des amtierenden Schachweltmeisters Viswanathan »Vishy« Anand. Neben klassischen Kulturstätten, die wir ebenfalls besuchen, werden wir direkte Kontakte zu den Menschen dort knüpfen. Und zusammen mit den Leuten spielen.
Wen in Deutschland interessiert denn so eine Tour?
Elf Frauen und Männer haben sich gemeldet. Darunter sind sowohl Spieleautoren als auch Ingenieure, die sich über unsere Entwicklungsvorhaben informieren wollen.
Obwohl Indien in den letzten Jahren einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung genommen hat, lebt die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin im Elend. Das klingt nicht nach großem Spielbedürfnis unter den Menschen?
Klar, wer nicht weiß, wie er seine Familie ernähren soll, hat sicher Besseres zu tun. Und die Einkommensschere in Indien spreizt sich gewaltig; fünf Prozent der Inder schwelgen in absolutem Reichtum, und 90 Prozent kämpfen ums Überleben in tiefer Armut. Andererseits ist Spiel aber auch ein Medium, um wenigstens eine gewisse Zeitspanne lang etwas Spaß zu haben, Selbstbewusstsein zu tanken und soziale Kontakte zu pflegen.
Werden Sie denn nicht dennoch eher Mittelklasseleute aufsuchen? Die Angehörigen dieser Schicht, die vom jüngsten Boom profitiert haben, dürften sicher genügend Muße für ein paar nette Spielchen haben.
Wir gehen bewusst auch in die Hütten der Armen. Schließlich hat die Karl Kübel Stiftung nach dem Prinzip »Hilfe zur Selbsthilfe« viele Projekte auf den Weg gebracht. Wir zeigen, wie man mit relativ einfachen Mitteln Brunnen bohren und das gewonnene Wasser aufbereiten und trinkbar machen kann, und wir helfen Großfamilien beim Hausbau. Auch diese Unternehmungen wird sich die Gruppe ansehen. Wir wollen also möglichst in die indische Realität eintauchen.
Welchen Stellenwert hat denn das Spielen im indischen Alltag?
Die Inder spielen genau so gern und oft wie die Deutschen. Vergessen Sie nicht, dass Indien das Mutterland vieler klassischer Spiele ist, die später den Weg nach Europa gefunden haben. Denken Sie an den Schachvorläufer Chaturanga oder an Pachisi, die Urversion des »Mensch-ärgere-Dich-nicht«.
Das originale Pachisi wird bis heute gepflegt?
Oh ja! Sowie natürlich auch »Carrom«, eine verkleinerte Form des Billards, bei dem flache Steine in die dafür vorgesehenen Löcher geschnippt werden. Das trainiert die Feinmotorik und entspannt gleichzeitig wunderbar. Außerdem nehmen wir zwei Riesenkoffer voller aktueller Spiele mit, die wir in Indien vorführen und verteilen.
Noch einmal gefragt: Keine Angst vor dem Vorwurf, dass Sie die Probleme Indiens etwas überspielen wollen?
Nein, die praktische Arbeit unserer Stiftung beweist das Gegenteil. Und außerdem darf man auch ruhig etwas Freude bereiten, es gibt eben nichts Schöneres als gemeinsames Spiel.
Kann ich noch ein Last-Minute-Ticket für den Spieltrip buchen?
Leider nein. Aber ich kann Sie trösten: Wir planen, die Reise künftig im Zweijahres-Rhythmus anzubieten.
Preis: 15,90 €
Preis: 3,00 €
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