Oberstes US-Gericht ordnet neue Prüfung des Falls Mumia Abu-Jamal an
Washington (AFP/ND). Der Fall des ursprünglich wegen Mordes zum Tode verurteilten US-Journalisten Mumia Abu-Jamal wird neu verhandelt. Das Oberste Gericht der USA verwies den Fall am Dienstag zurück an ein Bundesberufungsgericht im Bundesstaat Pennsylvania. Dieses solle ein Urteil aus dem Jahr 2008 überprüfen, in dem Abu-Jamals Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt wurde, urteilten die höchsten US-Richter in Washington.
Der Bundesstaat Pennsylvania hatte das Oberste Gericht eingeschaltet, um die Todesstrafe aufrecht zu erhalten. In dem für Abu-Jamal ungünstigsten Fall könnte das Berufungsgericht nun entscheiden, dass das Todesurteil gegen Abu-Jamal wieder gültig wird. Das Gericht in Pennsylvania könnte aber auch entscheiden, die Hinrichtung endgültig abzuwenden. Das Oberste Gericht begründete die Notwendigkeit einer Neuprüfung des Falls mit den jüngsten Entwicklungen in der Rechtsprechung in Bezug auf die Todesstrafe, die in ein neues Urteil eingearbeitet werden müssten.
Der weitere Fortgang des Falls, der seit 1982 die US-Justiz beschäftigt, gilt als völlig offen. Mumias Anwalt Robert R. Bryan: »Die Entscheidung ist nicht schlecht. Nun müssen wir die Angelegenheit der Todesstrafe im Prozess auf Ebene des Berufungsgerichtes wieder in Angriff nehmen.« pw/ao
Nach 30-jähriger Haft im Todestrakt muss der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal zwar nicht mehr die Giftspritze fürchten, doch soll er für den Rest seines Lebens hinter Gittern bleiben – ohne jede Chance auf Freilassung. Mehr
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