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Die Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker.
Foto: privat
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Wer bei internationalen Brigaden an die Zeit des Spanischen Bürgerkrieges denkt, der irrt. Rund ein Dutzend Jugendliche sind vor wenigen Tagen aus Berlin nach Bolivien aufgebrochen, um mit der Solidaritätsbrigade »Ezequiel Zamora« Solidarität mit den Basisbewegungen in dem Andenstaat zu üben und den politischen Austausch zu suchen. Das ambitionierte Projekt wurde von dem Verein Interbrigadas organisiert. Vor Ort kommen die meist aus Berlin und Brandenburg stammenden Jugendlichen mit Gleichgesinnten aus Argentinien, Brasilien und Venezuela zusammen.
Die internationale Brigade »Ezequiel Zamora« ist das inzwischen siebte Reiseprojekt des 2007 gegründeten Vereins. Der Name der aktuellen Brigade erinnert an den gleichnamigen Befreiungskämpfer. Ezequiel Zamora hatte sich im 19. Jahrhundert in Venezuela vor allem für die Verteilung des Landes an die Bauern eingesetzt. Die nach ihm benannte Brigade folgt politischen Reisegruppen mit Namen wie »Diego Rivera« oder »Tamara Bunke«. Letztere hatte die jugendlichen Aktivisten im Januar 2009 schon einmal nach Bolivien geführt.
Während der aktuellen Reise soll an die Arbeit von damals angeknüpft werden. Zentrales Projekt ist der Aufbau eines Medienstudios an der Universität von El Alto nahe des bolivianischen Regierungssitzes La Paz. In El Alto fördern die jungen Interbrigadisten mit eigenem Gerät den Aufbau des Studios, das nach Ende der Reise an Basisgruppen vor Ort übergehen soll. Das Vorhaben knüpft an eine ähnliche Initiative aus dem Jahr 2009 an. Damals halfen die Reisemitglieder, einen Lokalsender in dem Dorf El Sillar aufzubauen. Dass sie bei dieser Medienarbeit keine Amateure mehr sind, beweisen die Aktivisten mehrfach: Jede Reise wird im Internet mit Filmen dokumentiert, die ein beachtliches Niveau haben.
In Bolivien, begründet Boris Bojilov von dem Verein Interbrigadas das Vorhaben, dominiere nach wie vor die private Presse – und diese würde nun einmal von der Oberschicht kontrolliert. Es gehe deswegen darum, die Basismedien zu stärken. Die deutschen Interbrigadisten verstehen sich aber nicht als Aufbauhelfer. »Unser Interesse ist auch der Erfahrungsaustausch und die Diskussion mit unseren Partnern vor Ort«, sagt Bojilov. Daher leben die Mitglieder der aktuellen Brigade auch nicht in Hotels, sondern mit den Menschen vor Ort zusammen, organisieren Kunst- und Sprachunterricht.
Und woher kommt so viel politisches Engagement? Einige der Vereinsmitglieder, die inzwischen studieren, haben sich bereits zu Schulzeiten politisch engagiert, etwa gegen die Kriege in Irak und Afghanistan. In Lateinamerika aber würden viele gesellschaftliche Alternative ndiskutiert.
An Interesse fehlt es daher nicht, wohl aber an Geld. Rund 10 000 Euro kostet die aktuelle Solidaritätsbrigade »Ezequiel Zamora«. Viel werde durch Spendensammlungen finanziert, sagte ein Mitglied, Aaron Langner, gegenüber ND: »Und unsere Familien unterstützen uns sehr«, etwa bei der Finanzierung der eigenen Tickets, fügt der Aktivist an. Dennoch wird es eng, nachdem ein Finanzier abgesprungen ist. Der Verein Interbrigadas e.V. ruft deswegen zu finanzieller Unterstützung für das laufende Projekt auf.
Spendenkonto: 2065 3500 01, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00 Empfänger: Interbrigadas e.V.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Preis: 60,00 €
Preis: 15,90 €
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