Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Suchen auf neues-deutschland.de:

Erweiterte Suche

Gysi bestätigt

Lötzsch und Ernst sollen Linke führen

Berlin (dpa/bb) - Die Ostdeutsche Gesine Lötzsch und der aus Bayern stammende Klaus Ernst sollen die Linkspartei nach den Querelen der letzten Wochen aus der Krise führen. Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi bestätigte am Dienstag in Berlin, dass die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lötzsch (48) und Partei-Vize Ernst (55) beim Parteitag Mitte Mai als Nachfolger des an Krebs erkrankten Oskar Lafontaine und von Lothar Bisky kandidieren sollen. Lafontaine und Bisky hatten die Partei seit ihrer Gründung Mitte 2007 gemeinsam geführt.

Als Nachfolge des nach Illoyalitätsvorwürfen ebenfalls nicht mehr kandidierenden Dietmar Bartsch soll es erstmals zwei Bundesgeschäftsführer geben. Der aus Hessen stammende Fraktionsvize Werner Dreibus und die sächsische Bundestagsabgeordnete Caren Lay sollen dieses Amt übernehmen, sagte Gysi. Neuer Schatzmeister soll der Bundestagsabgeordnete Raju Sharma aus Schleswig-Holstein werden.

Es sei darum gegangen, bei dem Personaltableau einen "guten und fairen Kompromiss" zu finden, sagte Gysi. Er sei stolz, dass man so rasch eine Lösung gefunden habe. Sie sei vom geschäftsführenden Vorstand einstimmig beschlossen worden. Die stellvertretende Parteivorsitzende Halina Wawzyniak und Vorstandsmitglied Ulrich Maurer sollen zudem als Parteibildungsbeauftragte dafür sorgen, dass die aus westdeutscher WASG und ostdeutscher PDS vereinigte Partei in ihrem Einigungsprozess weiter vorangebracht wird.

Die Doppelspitze bei der 2007 gegründeten Partei war bisher als Übergangslösung zur Vereinigung der Ost- und Westteile der Linkspartei gedacht und sollte 2010 auslaufen. Mit einer Zwei- Drittel-Mehrheit soll der Parteitag eine Satzungsänderung für eine Beibehaltung der Doppelspitze beschließen. Künftig soll ein Teil der Doppelspitze immer mit einer Frau besetzt werden.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

  • Führungswechsel in der LINKEN

    Das Dossier »Führungswechsel in der LINKEN« beleuchtet mit Interviews, Reportagen und Kommentaren die Frage die anstehenden Entscheidungen zur Führungsspitze der LINKEN. Mehr

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

1 Kommentar zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
  • Tom, 26. Jan 2010 17:30

    Ein kleines Wunder

    Wer am Dienstagmorgen Zeitungen las, konnte viel über den Willen zu rascher Einigung auf einen Personalvorschlag für die nächste Führung der Linkspartei lesen – aber auch über die nach wie vor bestehenden Unverträglichkeiten. Gesine Lötzsch wurde da anonym als „politisch bequemste Ossi-Frau, die man nehmen könnte“ bezeichnet; Klaus Ernst bekam als „Machotyp“ schlechte Noten und eine „führende Linke“ wurde mit den Worten zitiert, der Schweinfurther Gewerkschafter wäre als Chef „wohl nur mit einem Parteivizeposten für die Antikapitalistische Linke vermittelbar”. Es war Marktgeschrei vor dem großen Personalbasar am Montagabend – eine Wirkung konnte das aber allerhöchstens in Online-Ausgaben entfalten. Als die gedruckten Zeitungen erschienen, war der Handel ja längst vorentschieden. Nach einer langen Nacht, diversen Runden, in denen die Landesvorsitzenden mal getrennt, mal gemeinsam, dann zusammen mit der geschäftsführenden Parteispitze tagten, und die schließlich am Morgen mit einer Telefonkonferenz des 44 Mitglieder zählenden Vorstands ein Ende fand, stand eine „große Mehrheit“ für einen Personalvorschlag, in dem sich einiges von den aktuellen Problemen der Linken abbildet. Was da Berücksichtigung finden und welche Proporze beachtet werden musste, man will das eigentlich gar nicht alles wissen. Gregor Gysi nannte es am Mittag, als die neue Riege der Öffentlichkeit vorgestellt wurde (nur Katja Kipping musste arbeiten), sicher nicht ohne Grund „ein kleines Wunder“.

    Zum Personalvorschlag der #Linkspartei, Proporz-Blüten und den ersten Reaktionen kann man hier einen längeren Kommentar lesen - tinyurl.com/ycv79u7

    • Permalink

Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Frisch gebloggt
24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

Änderungen in der nd-Community

Alle Blogs

Facebook
Twitter

Zum Shop

Vernetzung

»nd in der Schule«

Medienkompetenz und politische Bildung
Kristina Schröder Bildungsabo

Um Mithilfe wird gebeten

Bundesministerin Kristina Schröder warnt vor dem linksextremen »nd«. Lesen Sie selbst!
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.