Berlin (ND). Die Linkspartei soll auch künftig von einer Doppelspitze geführt werden. Die Parteiführung schlägt dem Parteitag im Mai in Rostock hierfür Gesine Lötzsch und Klaus Ernst vor. Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi stellte am Montag in Berlin überdies das komplette Personaltableau für die engere Parteiführung vor, das er mit dem Geschäftsführenden Vorstand und den Landesvorsitzenden in der Nacht zuvor ausgehandelt hatte. Die Neubesetzung wird nötig, nachdem die beiden Vorsitzenden Lothar Bisky und Oskar Lafontaine ihren Rückzug angekündigt haben und auch Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch nicht wieder antritt.
Dem nächtlichen Beratungsergebnis zufolge soll es künftig möglich werden, zwei Bundesgeschäftsführer zu bestimmen. Vorgeschlagen sind Caren Lay und Werner Dreibus, Bundestagsabgeordnete aus Sachsen und Hessen. Der Vorschlag ist ein Kompromiss, wie Gysi einräumte. Er soll den in Debatten der letzten Wochen deutlicher gewordenen Differenzen über das Selbstverständnis der LINKEN und ihre Ziele Rechnung tragen und die verschiedenen Strömungen abbilden. Für die Fortsetzung der Doppelspitze wie für die Möglichkeit, zwei Bundesgeschäftsführer zu wählen, ist eine Satzungsänderung nötig, über die der Rostocker Parteitag zuerst entscheiden muss.
Das Dossier »Führungswechsel in der LINKEN« beleuchtet mit Interviews, Reportagen und Kommentaren die Frage die anstehenden Entscheidungen zur Führungsspitze der LINKEN. Mehr
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