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Lafontaine sieht keine Dramatik

Bartsch: Gemeinsamkeit – oder Scheitern

Berlin (dpa/ND). LINKEN-Vorsitzender Oskar Lafontaine glaubt nicht an ein Zerbrechen seiner Partei, wenn er sich im Mai zurückzieht. »Es gab in der SPD solche Diskussionen nach Willy Brandt und bei den Grünen nach Joschka Fischer. Es ist keine Koketterie, wenn ich sage: Für die LINKE sehe ich das auch nicht so dramatisch«, sagte er dem Hamburger Nachrichtenmagazin »Stern«.

Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch, der wie Lafontaine und Lothar Bisky beim Parteitag Mitte Mai in Rostock nicht mehr kandidiert, mahnte im »Rheinischen Merkur« mehr Geschlossenheit an: »Wenn wir nicht den Geist der Gemeinsamkeit des Wahljahres wiederfinden, wird der Laden zusammenkrachen. Entweder es gelingt mit einer Mannschaftsleistung – oder wir werden grandios scheitern.«

Der designierte Ko-Vorsitzende der Linkspartei Klaus Ernst sagte MDR Info, er bemühe sich um die Unterstützung der gesamten Partei. »Ich weiß, dass es den Einen oder Anderen gibt, der denkt, ich bin dafür verantwortlich, dass sich Bundesgeschäftsführer Bartsch zurückgezogen hat.« Er erwarte nun, dass sich die Vernunft in der Partei wieder durchsetze. Die designierte Bundesgeschäftsführerin Caren Lay sagte der »Sächsischen Zeitung«, es seien noch Gräben zwischen Ost und West vorhanden. »Wir wollen sie schließen.«

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

  • Führungswechsel in der LINKEN

    Das Dossier »Führungswechsel in der LINKEN« beleuchtet mit Interviews, Reportagen und Kommentaren die Frage die anstehenden Entscheidungen zur Führungsspitze der LINKEN. Mehr

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1 Kommentar zu diesem Artikel

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  • sanio, 28. Jan 2010 20:00

    Es wäre scjhön, wenn alle so vernünftig wären wie Lafontaine und Bartsch

    Leider ist das nicht der Fall. Stattdessen laden Matthias Höhn aus Sachsen-Anhalt und Helmut Holter aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Frustrationen über die Vorstandsbeschlüsse vom Dienstag in der neoliberalen Süddeutschen Zeitung bzw. der Springer-Postille Hamburger Abendblatt ab. Man fragt sich, ob diese Politiker ihre Partei nicht zur Ruhe kommen lassen und mutwillig zerstören, mindestens aber einem Erfolg in NRW so viele Steine wie möglich in den Weg schmeissen wollen. Mit anderen Worten, die Herren geben den Clement..

    Merken Höhn und Holter nicht, dass sie benutzt werden - von denselben, die sie bei nächster Gelegenheit wegen "DDR-Staatsnähe", MfS-Kontakten oder was immer ihnen in die Zähne kommt, gnadenlos fertigmachen werden, wie sie das seit jeher gemacht haben? Glauben sie, dass es besonders solidarisch ist, der gerade designierten Spitze, ehe sie hat Erfahrungen sammeln und sich beweisen können. gleich in den Rücken zu fallen? Sind das die "erfahrenen Realisten der Ostverbände", als die sie nun ausgerechnet vom Mainstream, der sonst immer "Stasi, Stasi" brüllt, gepriesen werden?

    Illoyalität? Ja, Illoyalität. Hier wäre das nächste Machtwort von Gregor Gysi fällig.

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