Davos (dpa/ND). Zwar steht die anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise im Zentrum der Diskussionen auf dem Treffen in dem Schweizer Wintersportort. Aber etwa 2500 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft wollen bis Sonntag auch über die politischen Brennpunkte wie die Lage nach dem Erdbeben auf Haiti diskutieren. Die Veranstaltung steht unter dem Motto »Den Zustand der Welt verbessern: überdenken, umgestalten, erneuern«. Erwartet werden neben Sarkozy noch rund 30 Staats- und Regierungschefs und über 60 Minister.
Sarkozy sagte, er stimme mit US-Präsident Barack Obama darin überein, dass etwa die Banken von unmäßigen Spekulationen oder dubiosen Finanzgeschäften abgebracht werden müssten. Dazu könnte auch eine stärkere Besteuerung gehören. »Diese Debatte kann aber nicht auf ein einzelnes Land begrenzt sein, wie groß auch immer sein Gewicht in der weltweiten Finanzwelt sei.«
Nach Ansicht Sarkozys gehört dieses Thema in die Gruppe der G20, in der Industrie- und Schwellenländer versammelt sind. Frankreich, das 2011 den Vorsitz der G20 übernimmt, werde »ein neues Bretton Woods« anregen, sagte Sarkozy weiter. »Die Unruhe auf dem Währungsmarkt darf nicht weiter aufrecht gehalten werden.«
Der Staatspräsident rief die Welt dazu auf, »gemeinsam Lehren aus der Krise zu ziehen«. Ohne die Intervention der Regierungen wäre alles zusammengebrochen. »Aus den Ereignissen, die vor einem Jahr aufgetreten sind, nicht die Schlussfolgerung zu ziehen, dass wir uns ändern müssen, wäre unverantwortlich«, sagte er. Es handele sich immerhin um eine »Krise der Globalisierung«. Da es zum Kapitalismus aber keine Alternative gebe, müsse man sich fragen, welchen Kapitalismus man sich wünsche. Dies kann nach Ansicht Sarkozys nur ein marktwirtschaftlicher Kapitalismus sein.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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