Haitis Präsident René Preval hat angekündigt, die für den 28. Februar vorgesehenen Parlamentswahlen zu verschieben.
Mexiko-Stadt (epd/ND). Zur Begründung nannte Preval in Port-au-Prince die Lage nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar. Ursprünglich sollten Ende Februar 98 der 99 Sitze in der Abgeordnetenkammer und zehn der 30 Sitze des Senats neu bestimmt werden. Ein neuer Wahltermin ist noch nicht bekannt.
Die Zahl der geborgenen Leichen bezifferte Preval auf 170 000. Zudem seien 225 000 Häuser und 25 000 Geschäftsgebäude zerstört worden. Mehr als eine Million Haitianer seien damit obdachlos. Rund 236 000 Menschen verließen laut Angaben der Vereinten Nationen seit dem Erdbeben die großflächig zerstörte Hauptstadt Port-au-Prince, um auf dem Land unterzukommen. Wie die UNO weiter mitteilte, ist der größte Teil der 5100 Häftlinge, die bei der Katastrophe fliehen konnten, noch auf freiem Fuß. Nur 47 Flüchtige konnten wieder verhaftet werden.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon betonte erneut die Bedeutung des aktuellen UNO-Beschäftigungsprogramms für Haiti. 11 000 Haitianer seien bisher für einen Tageslohn von fünf Dollar bei Aufräumung und Wiederaufbau beschäftigt. Mittelfristig will die UNO 200 000 Personen beschäftigen. Laut Haitis Regierung sind 60 Prozent der Wirtschaft des Karibik-Landes zerstört.
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