»Ein guter Tag für die Zeitarbeit«, lautete der Titel einer gemeinsamen Erklärung des Bundesverbandes Zeitarbeit (BZA) und der Tarifgemeinschaft Zeitarbeit des DGB. Diese hatten sich Ende vergangener Woche auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Danach sollen Mitarbeiter, die am 1. Mai 2010 vier Monate oder länger ohne Unterbrechung beschäftigt waren, für die Monate Januar bis April eine Einmalzahlung von 80 Euro erhalten. Ab 1. Mai 2010 und 2011 sollen die Löhne jeweils um 2,5 Prozent erhöht werden. Die Tarifpartner empfehlen allen Zeitarbeitsfirmen, sich an dem Vertrag zu orientieren.
An der Gewerkschaftsbasis hingegen wird keineswegs gefeiert. Kritik gibt es vor allem in der IG Metall (IGM), deren Tarifkommission heute über den Vertrag abstimmt. »In den letzten Tagen sind massenhaft Protestmails an die verantwortlichen Funktionäre gegangen«, erklärte ein Gewerkschafter aus der Zeitarbeitsbranche, der nicht namentlich genannt werden will, gegenüber ND. Das Ergebnis gehe nicht über das Angebot des BZA hinaus. Die Gewerkschaft habe die Druckmittel nicht genutzt, die vor allem durch die öffentliche Diskussion um das Lohndumping bei Schlecker entstanden sei. Zudem hätten auch die Unternehmer wegen der ab Januar 2011 geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU Interesse an einem Tarifvertrag.
In einem von der IG Metall organisierten Internetforum für Zeitarbeiter überwiegen kritische Kommentare. »Leute, die ich organisiert habe, haben mir geschrieben, es ist peinlich. Die hätten lieber keine solche Erhöhung als so eine Erniedrigung«, schreibt ein Metaller. Ein anderer Gewerkschafter moniert, es habe seines Wissens noch keine Sitzung der Tarifkommission der Gewerkschaft gegeben, obwohl dort auch Betriebsräte aus Verleihbetrieben säßen.
Nicht nur die Basis äußert Kritik. Ein bayerisches Mitglied der Tarifkommission will den Vertrag ablehnen. »Alles was nach zwei Jahren abgeliefert wurde, ist eine Zustandsbeschreibung, die Aktive vor Ort wahrscheinlich in 30 Minuten selbst hätten schreiben können.« Die IGM-Verwaltungsstellen Regensburg und Augsburg hatten Anfang Januar dem Gewerkschaftsvorstand ihre Bedenken mitgeteilt.
Der Verhandlungsführer des DGB bei den Tarifverhandlungen, Reinhard Dombre, sieht die Kritik gelassen. Man solle die heutige Entscheidung der Tarifkommission abwarten, erklärte er gegenüber ND. Zudem betonte er, dass eine reale Gefahr bestanden hätte, dass der BZA mit den Christlichen Gewerkschaften einen schlechteren Tarifvertrag abschließt.
Hallo
So sieht das also aus,wenn die Gewerkschaften gleichen
Lohn für gleiche Arbeit Propagieren,und uns dann wie ein
Stück Brot an die BZA verkaufen!
Na vielen Dank auch.
Die einzelgewerkschaften beim DGB
sind "ihr" Geld in Form von Beiträgen
wahrlich nicht wert. So einen Verrat an die Leiharbeitnehmerschaft hat die Welt noch nicht gesehen. Die sollten sich was schämen...Pfui Deibel! Das war nun wirklich der allerletzte Sargnagel den wir
noch gebraucht haben.
Deshalb hat der Verdi vertreter bei Anne Will auch den Mund nicht aufbekommen, der wusste wohl schon was da auf die Leihsklaven zukommt.
Der (angedachte) Abschluss ist ja noch schlechter als das "Verhandlungsergebnis" vom November 2008. Ich habe schon sämtliche mir bekannten Redakteure in den
Medien (TV und Zeitungen)angeschrieben und ihnen eine Kopie dieses Machwerks zukommen lassen!
Bei der Erklärung gegenüber der Arbeitnehmerschaft und
Mitgliedern der Gewerkschaften bin ich mehr als gespannt. Und kommt hier nicht mit "Beschäftigungssicherung" das gab es bei Sklavenbuden noch nie,und wird es in Zukunft
auch nicht geben! Besser wäre es gewesen die unsäglichen Zeitkonten ab
zuschaffen. Aber da diese ja ausschliesslich den Sklavenbuden
dienen,geht man da natürlich nicht ran,lasst die blöden
Sklaven mal weiter für die Zinsen des Geschäftskontos
ackern. Und natürlich alles nicht Insolvens versichert, ist ja klar, nicht das die Sklaven noch was wiederbekommen, wäre ja noch schöner.
Armes Deutschland, bei solchen Verrätern wird mir Angst und
Bange!
Viele Entsetzte Grüße M. Schlosser
NOCH Mitglied der IGM
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Im Osten erlaubt, im Westen verboten - über letzteres im ND kein Wort
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