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Von Wilfried Neiße, Potsdam
04.02.2010

Treffen der letzten KZ-Überlebenden

Gedenkfeiern in Sachsenhausen und Ravensbrück zum 65. Jahrestag der Befreiung

Den 65. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück durch die Rote Armee begeht Brandenburg mit großem Aufwand. Es wird wohl das letzte Mal sein, dass Überlebende aus den beiden Lagern in größerer Zahl zusammenkommen.

Zwischen dem 16. und dem 19. April werden die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück Schauplätze von besonderen Begegnungen, Konzerten und Ausstellungen sein. Bislang haben über 400 ehemalige Häftlinge zugesagt, Menschen, die heute 85 Jahre alt oder noch weit älter sind, sagte Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, als er gestern das Programm zum 65. Jahrestag der Befreiung vorstellte. Kulturstaatssekretär Martin Gorholt erinnerte daran, dass 1995, zum 50. Gedenkjubiläum, noch 3000 frühere Häftlinge angereist waren.

Vor allem aus Osteuropa und Israel kamen die Zusagen zum diesjährigen Gedenken. Weil die früheren Häftlinge inzwischen sehr betagt seien, werde diesmal deutlich mehr Begleitpersonal erforderlich sein, so Morsch. Dass die Zeit der Zeitzeugenschaft sich dem Ende nähere, »bereitet uns große Schmerzen«. Er äußerte sich enttäuscht darüber, dass die Umgestaltung der Gedenkstätten noch nicht abgeschlossen sei. In Sachsenhausen etwa werden die Gäste auf Gebäuden neben dem Appellplatz Schilder finden, auf denen steht: »Einsturzgefahr – Bitte nicht betreten.« Aus Anlass des Jahrestages wird die Ausstellung »Museum des Todesmarsches« im Belower Wald bei Wittstock wiedereröffnet.

Die Aufführung einer Operette, die im Frauen-KZ von einer Französin verfasst worden ist, soll der Höhepunkt der Feierlichkeiten in Ravensbrück sein. Gedenkstättenleitern Insa Eschebach wies darauf hin, dass auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an der zentralen Veranstaltung in Ravensbrück teilnehmen werde. Noch nie zuvor seit der deutschen Einheit habe ein Bundeskanzler das Konzentrationslager Ravensbrück besucht.

Weil Frauen im Schnitt sechs Jahre älter werden als Männer, stelle sich die Lage hier noch etwas anders da, was die Resonanz betreffe, so Eschebach. Außerdem bildeten die Kinder, welche im Lager geboren wurden, eine eigene, jüngere Gruppe. Anmeldungen aus Deutschland gebe es dennoch nur noch wenige, sagte Eschebach.

Für die Feiern in Sachsenhausen hätten sich zehn Männer aus Deutschland angemeldet, ergänzte Morsch. In die Vorbereitungen einbezogen worden sei auch das Internationale Lagerkomitee, setzte er hinzu.

Am Sonnabend, den 17. April, soll es auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen zwischen 14 und 17 Uhr einen Tag der Begegnung geben, sagte der Stiftungschef. Dazu lade er alle Jugendlichen aus Brandenburg und Berlin ein. Insgesamt stehen 580 000 Euro für die drei Gedenktage zur Verfügung, die zumeist für die Anreise der Überlebenden benötigt werden. 300 000 Euro stifteten die Länder Berlin und Brandenburg, der Bund gibt 280 000 Euro.

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