Inzwischen hat Sahra Wagenknecht – diejenige der drei Linksabgeordneten, an deren Person wegen ihrer Nominierung als Parteivize die Auseinandersetzung am heftigsten entbrennt – auf ihrer Internetseite eine Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es, dass sie sich zum Gedenken an die Opfer des Holocaust »selbstverständlich von meinem Platz« erhoben habe. »Dass ich nach der Rede von Shimon Peres nicht an den stehenden Ovationen teilgenommen habe, liegt darin begründet, dass ich einem Staatsmann, der selbst für Krieg mitverantwortlich ist, einen solchen Respekt nicht zollen kann.«
Was als klärende Anmerkung beabsichtigt ist, wirft eine Frage auf: Was bedeutet in dem Satz das Wörtchen »selbst«? Im Zusammenhang mit dem Thema Zweiter Weltkrieg und dem Stichwort Holocaust. Auf wen bezieht sich das Wort, wenn es nicht überflüssig ist? Ein Staatsmann, der »selbst mitverantwortlich für Krieg« ist – wie wer?
Es ist nur ein kleines Wort, in dem aber die Möglichkeit lauert, hier könnte der Krieg der Nazis mit dem Krieg Israels gegen die Palästinenser aufgewogen werden. Eine Interpretation, die man Sahra Wagenknecht nicht wünschen möchte.
Man könnte jetzt eine semantische Diskussion vom Zaune brechen wie es der Autor des Kommentars offensichtlich beabsichtigt.
Stellt sich die Frage über die Motive. Will er sich etwa am Sarah-Bashing beteiligen indem er aus einem kleinen Wörtchen eine bestimmte Gesinnung ableitet?
der autor hat ganz recht, wenn er auf die parallelen des wortes 'krieg' hinweist. Nur durch offene kritik an einer solchen, wenn hoffentlich (!) auch unbewussten, gleichsetzung ist ist eine offene diskussion möglich. und, wenn wir ehrlich sind, es gibt ihn, den latenten antisemitismus in der LINKEN (und in der linken). und mich stört dises vertuschen und als 'kritik' getarne.
Pisa lässt grüßen bezüglich des Leseverständnis komplexer Texte.
Der Autor bezog sich auf das Wörtchen >>selbst
Pisa lässt grüßen bezüglich des Leseverständnis komplexer Texte.
Der Autor bezog sich auf das Wörtchen >>selbst
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Diesmal aber mit Plan Der Nordosten und die inklusive Bildungspolitik
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