Teheran/Moskau (dpa/AFP/ND). Iran könne sich zwar vorstellen, niedrig angereichertes Uran gegen das von anderen Ländern hoch angereicherte Uran zu tauschen. Bedingung sei aber, dass ein solcher Tausch »synchron und ausschließlich auf dem iranischen Territorium« erfolge, sagte Botschafter Mahmudresa Sadschadi am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Dienstag im iranischen Staatsfernsehen überraschend erklärt, sein Land sei bereit, wie von der Internationalen Atomenergiebehörde vorgeschlagen schwach angereichertes Uran im Ausland weiter anreichern zu lassen, um es in einem Forschungsreaktor in Teheran zu verwenden.
»Wir warten auf Taten, nicht nur auf Worte«, sagte US-Außenamtssprecher Philip Crowley. Sollte Teheran sich tatsächlich bewegen und den Vorschlag annehmen, wäre dies im Interesse der iranischen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft.
Unterdessen hat China vor schärferen Strafen gegen Iran gewarnt. »Derzeit von Sanktionen zu sprechen macht die Lage nur komplizierter«, sagte der chinesische Außenminister Yang Jiechi am Donnerstag im Französischen Institut für Internationale Beziehungen in Paris. »Die iranische Atomfrage muss in einem diplomatischen Prozess gelöst werden.« Die Dinge seien »immer noch in Bewegung« und es sei nun sehr wichtig, sich auf den Dialog zu konzentrieren, sagte der Minister. »Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, um zu einer angemessenen und für alle hinnehmbaren Lösung zu gelangen.« Der französische Premier François Fillon hatte am Vorabend erklärt, dass Frankreich bei der UNO eine neue Entschließung mit »stärkeren Sanktionen« beantragen wolle.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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