06.02.2010

Ausstellung über Rubensohn

(epd). Über den Archäologen Otto Rubensohn (1867-1964) ist ab 18. Februar eine Kabinettausstellung im Jüdischen Museum in Berlin zu sehen. Die Ausgrabungen und wissenschaftlichen Arbeiten des jüdischen Gelehrten seien untrennbar mit der Berliner Papyrussammlung und der Erforschung der antiken Geschichte der griechischen Insel Paros verbunden, teilte das Museum am Freitag in Berlin mit.

Erstmals seien persönliche Objekte wie Fotografien, Tagebücher und Briefe aus dem Nachlass Rubensohns zu sehen, hieß es. Gezeigt werden zudem archäologische Fundstücke aus dem Berliner Ägyptischen Museum und der Papyrussammlung, dem Pelizaeus-Museum in Hildesheim sowie dem Archäologischen Museum der Westfälischen Universität Münster, das die Privatsammlung Rubensohn aufbewahrt.

Der aus Kassel stammende Otto Rubensohn grub 1898 auf der Insel Paros die Heiligtümer von Apollo und Asklepios aus und gründete dort ein Museum für die Funde. Als Leiter des Papyrusunternehmen der Königlichen Museen zu Berlin entdeckte er Anfang des 20. Jahrhunderts in Ägypten zahlreiche wichtige Papyri wie etwa aramäische Zeugnisse der jüdischen Militärkolonie auf der Insel Elephantine. 1909 wurde er Gründungsdirektor des Pelizaeus-Museums in Hildesheim.

Später zog Rubensohn nach Berlin, wo er als Oberstudienrat arbeitete. In der NS-Zeit floh er wegen der nationalsozialistischen Repressalien in die Schweiz. Hier veröffentlichte er im Alter von 94 Jahren sein wohl bedeutendstes Werk über Delion von Paros.

Die Kabinettausstellung wird am 18. Februar mit einem Symposium eröffnet. Die Ausstellung »Heiligtümer, Papyri und geflügelte Göttinnen« ist bis zum 15. August montags von 10 bis 22 Uhr sowie dienstags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet.