Auf drei Milliarden Doller schätzen Analysten den Reingewinn der Pharmafirmen, die uns den Jahrtausendcoup der Branche präsentierten, die Schweinegrippepandemie. Sanofi-Novartis oder GlaxoSmithKline heißen die Gewinner. Zu den Verlierern zählen nicht nur Bund und Länder oder die unnötig Geimpften, die sich mit den Nebenwirkungen herumschlagen mussten. Es litt das Image der Weltgesundheitsorganisation und so mancher Person oder Organisation, die sich vor den Karren der Pharmamultis spannen ließen – das werden wir zu spüren bekommen, wenn die Menschen sich auch nicht mehr gegen die gefährliche saisonale Virusgrippe impfen lassen wollen, weil sie fürchten, erneut veräppelt und lediglich als Gewinnmaximierer missbraucht zu werden.
Dass nun noch der Impfstoff für Kinder knapp wird, weil die Gier so groß war, dass Hersteller die weniger einträglichen Geschäfte zurückstellten, passt irgendwie ins Bild. Es geht hier nicht um die übergroße Menschenliebe, die gerade von Frmen aus dieser Branche immer wieder ins Feld geführt wird, wenn sie Argumente für teure Arzneimittel gegen Krebs oder andere schreckliche Krankheiten suchen. Es geht in erster Linie um das Geschäft. Dafür wird schon mal in Kauf genommen, dass ein Kleinkind die nötigen Impfungen nicht oder später bekommt und so Krankheitsrisiken ausgesetzt ist. Man kann nur hoffen, dass sich dieser ungeheuerliche Vorgang auch bei den Gesundheitspolitikern einprägt, die demnächst mit der Pharmaindustrie über die Senkung der Arzneimittelkosten verhandeln und die regelmäßig vor den scheinheiligen Argumenten der größten Abzocker einknicken.
20:30 Uhr, Berlin
Preis: 19,95 €
Preis: 24,90 €