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G-7 wollen Haiti Schulden erlassen

Clinton entschuldigt sich für schleppende Hilfe

Im Auftrag der Vereinten Nationen hat der frühere USA-Präsident Bill Clinton seine Arbeit als Chefkoordinator der internationalen Hilfe in Haiti aufgenommen. Die sieben führenden Industriestaaten wollen dem Karibikstaat alle bilateralen Schulden erlassen.
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Iqaluit/Port-au-Prince (AFP/ND). Nach dem schweren Erdbeben in Haiti erlassen die sieben führenden Industriestaaten (G-7) dem Karibikstaat alle bilateralen Schulden. Das teilte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty am Sonnabend in Iqaluit (Kanada) mit, wo die G-7-Finanzminister tagten. Die G-7-Vereinbarung betrifft jene Schulden, die Haiti bei den Mitgliedstaaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada direkt aufgenommen hat, nicht die Schulden von staatenübergreifenden Organisationen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds.

Der britische Premierminister Gordon Brown begrüßte den Erlass. »Ein Land, das unter Schutt begraben ist, muss nicht noch unter Schulden begraben sein«, erklärte er am Sonnabend in London. Insgesamt liegen die Auslandsschulden Haitis bei rund 890 Millionen Dollar. Rund 41 Prozent davon schuldet das Land der Interamerikanischen Entwicklungsbank, 27 Prozent der Weltbank.

Der UN-Sondergesandte für Haiti, der frühere USA-Präsident Bill Clinton, sagte dem Land eine bessere Koordinierung der Hilfen zu. »Es tut mir leid, dass das so lange dauert«, sagte Clinton nach seiner Ankunft in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince am Freitag (Ortszeit) mit Blick auf die schleppende Verteilung der Hilfsgüter. »Ich versuche herauszufinden, wo die Engpässe sind«, sagte der Altpräsident. Er und die anderen Helfer würden hart daran arbeiten, das Leid der Haitianer zu lindern.

Der mit der Koordination betraute Oberst Gregory Kane erklärte, die US-Armee bleibe in dem zerstörten Land, so lange es nötig sei und die Regierung Haitis die Soldaten willkommen heiße. Er ging von 45 bis 50 Tagen aus. Washington hat 20 000 Soldaten geschickt, die bei der Verteilung der Güter helfen sollen, dazu Hubschrauber und Transportflugzeuge. Aber nach drei Wochen beklagen sich immer noch viele Erdbebenopfer, dass die Hilfe nicht bei ihnen ankommt.

Auch Haitis Präsident René Préval bat um Verständnis: »Wir verstehen die Schwierigkeiten der Menschen, die draußen schlafen müssen, wir verstehen die Frustration darüber, dass die Nahrungs- und Wasserverteilung immer noch schwierig ist«, erklärte er vor Journalisten. Mit Disziplin, Solidarität und Beharrlichkeit könnten die Probleme jedoch gelöst werden.

Bei dem schweren Erdbeben vom 12. Januar kamen nach jüngsten Angaben der haitianischen Regierung rund 212 000 Menschen ums Leben. Mehr als 300 000 weitere wurden verletzt, rund zwei Millionen Haitianer wurden obdachlos.

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