Gestern Nacht, zur allerfeinsten Sendezeit um 0.15 Uhr, sendete die ARD ihren Beitrag zum Dopinggeschehen im Wintersport: »Geheimsache Doping: Eiskalter Betrug«. Eine Viertelstunde nach Mitternacht kam ein anonymer nordischer Skisportler (WM- und Olympiateilnehmer) zu Wort, der berichtete, im Ausdauerbereich des Skisportes werde genauso gedopt wie im Radsport. Ohne EPO- oder Blutdoping sei es unmöglich, »dass man jetzt irgendwo vorne mitläuft«. Jetzt, also auch in Vancouver bei den Spielen.
Leider will der Geständige seinen Namen nicht nennen; angeblich aber erwäge er, in Zukunft die Anonymität aufzugeben. Ein anderer Kronzeuge, ein namentlich bekannter österreichischer Skifunktionär, sagt nach der Dopingaffäre um die Wiener Blutbank, es gebe Hinweise auf illegale Bluttransfusionen bei deutschen Wintersportlern. Namen? Kann er keine nennen. Geheimsache Doping. Der Titel passt, leider.
Er passt sogar zur Prominenz des Sendetermins, den der Olympiasender ARD seinen investigativen Reportern kurz vor Beginn der Spiele einräumte. Wo doch an den letzten Wochenenden ach so wenig Sendezeit für Wintersport im Fernsehen übrig war! Das muss doch wohl jeder Zuschauer. verstehen. Außerdem: Olympia wird ja schließlich auch hauptsächlich nachts übertragen. Jirka Grahl
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Doping-Vorwürfe gegen deutsche Wintersportler Österreichs NOK-Chef will aber keine Namen nennen
Endgültiges Olympia-Aus für Pechstein Gericht lehnt Aussetzung der Dopingsperre ab
Preis: 100,00 €
Preis: 9,95 €
Werbung:
Werbung: