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Von Olaf Standke 16.02.2010 / Standpunkt
Standpunkt

Pandoras Erbe

Vor 65 Jahren haben die USA mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki die nukleare Büchse der Pandora geöffnet. Und auch zwei Jahrzehnte nach Ende des Kalten Krieges ist die Erde noch immer von Tausenden Kernwaffen verseucht. Die Zeit, da sind sich Aktivisten aus aller Herren Länder einig, sei überreif für mutige Schritte hin zu einer kernwaffenfreien Welt. In New York, Paris, London, Tokio und Berlin hat ein internationales Bündnis die Staatengemeinschaft gestern zu verstärkten Anstrengungen für eine umgehende atomare Abrüstung aufgerufen. Auch von der Bundesregierung wird da viel mehr erwartet, etwa mit Blick auf eine überfällige Konvention zur Abschaffung der Atomwaffen, den Verzicht auf ihren Ersteinsatz in der neuen NATO-Strategie oder den Abzug aller US-Kernwaffen von deutschem Boden.

Prominente Vertreter aus der Friedens- und Umweltbewegung, aus Wissenschaft und Kultur, Kirchen und Gewerkschaften gehören zu den Erstunterzeichnern des Appells und machen ihn zu einer besonders breiten zivilgesellschaftlichen Initiative. Politische Wirkung aber kann sie nur entfalten, wenn ihr viele Menschen folgen. Denn Anfang Mai wollen die Initiatoren weltweit gesammelte Unterschriften an den UN-Generalsekretär übergeben. Dann nämlich beginnt die Überprüfungskonferenz für den Atomwaffensperrvertrag, eines der wichtigsten völkerrechtlichen Instrumente, um Pandoras tödliches Erbe zu bändigen.

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