Ohne sie gibt es keine Zukunft, alle großen Ideen gesellschaftlicher Umgestaltung bauen auf sie: unsere Kinder. Zudem wurde der Nachwuchs in den letzten Jahren inflationär als politische Manövriermasse genutzt, ja ganze Wahlkämpfe wurden auf den kleinen Rücken ausgetragen. Aber vom Gesetzgeber wurden sie bislang betrachtet, als seien sie Presslufthämmer, Stereoanlagen oder Flugzeuge: Kinder galten auch im Berliner Immissionsschutzgesetz bis gestern als Lärmquelle, gegen die man erfolgreich klagen konnte.
Es ist darum ein wegweisender Schritt (auch für die anderen Landesregierungen), dass die Hauptstadt als erstes Bundesland diesen Missstand behebt und Kinder- »Lärm« als »sozial adäquat und dadurch zumutbar« festschreibt.
Zahllose von intoleranten Nachbarn traktierte Eltern können nun aufatmen. Nun müssen sie nicht mehr abmahnende Briefe ihres Vermieters fürchten, wenn die Kleinen – völlig normalem Bewegungsdrang folgend – durch das Wohnzimmer tollen. Denn jetzt haben sie es schwarz auf weiß aus dem Hause der Umweltsenatsverwaltung: Gesundes Aufwachsen geht nicht geräuschlos. Ebenso wie die Eltern, profitieren Kitas und Spielplätze, die nun nicht mehr von überempfindlichen Einzelpersonen mit Klagen und Beschwerden überzogen oder gar vertrieben werden können. Der Senat hat mit dem neuen Gesetz eine der Metropole Berlin angemessene Lanze gegen die Spießigkeit gebrochen.
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