Wenn selbst ein FDP-Minister darüber nachdenkt, bei der geplanten Kostensenkung im Gesundheitswesen auch die forschenden Pharmakonzerne zu behelligen, müssen die Zustände haarsträubend sein. Tatsächlich werden der Pharmaindustrie in Deutschland Privilegien zugebilligt wie in kaum einem anderen Land. Unter anderem können die Konzerne für neue Medikamente Preise nach eigenem Gutdünken festlegen. Enthalten sind darin neben den Forschungskosten und einer traumhaften Rendite auch die gewaltigen Werbebudgets – darunter die Zuwendungen an Ärzte, damit diese das neue Medikament verschreiben.
In diesem Filzsystem sind Krankenkassen und Patienten kaum mehr als Melkkühe. Es gibt nur ein einziges kleines Regulativ – eine Überprüfung durch das IQWiG-Insitut, das hin und wieder bezweifelt, dass ein neues, horrend teures Medikament einen zusätzlichen Nutzen gegenüber dem preisgünstigen etablierten Präparat hat. Aber der pharmakritische
IQWiG-Chef muss auf Druck der Pharmalobby seinen Posten räumen ...
Natürlich wird auch Schwarz-Gelb nicht die Privilegien der Pharmakonzerne beschneiden. Unabhängige Experten sind bei der Erarbeitung des Einsparkonzeptes außen vor. Und klammheimlich wird den forschenden Konzernen auch noch ein Steuergeschenk offeriert.
Interessanter Kommentar, Herr Stenger. Von den Gepflogenheiten der Pharmaindustrie hatte ich bislang so noch nichts gehört. Aber von welchem Steuergeschenk sprechen Sie genau? Dürfen Sie Ihre Quelle nicht nennen?
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Preis: 15,90 €
Preis: 60,00 €
Werbung:
Werbung: