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Von Jan Freitag
22.02.2010

Bis die Blase platzt

TV-Tipp: Millionäre

Wenn man sich die da oben gerade so ansieht, wird denen da unten grad schwindelig. Sie sind schon wieder in Champagnerlaune und spekulieren, bis die Blase platzt. Krise? Welche Krise? »Die da oben – Deutschlands Millionäre« (heute 21 Uhr in der ARD) zeigt den Geldadel gleich zu Beginn beim Golf, im Ferrari, mit Chauffeur und Klunkern, und schon sagt einer: »Natürlich macht Geld glücklich.« Na klar – das Arrogante, Luxuriöse, Ignorante der Kreditkartenelite. Einerseits.

Andererseits nur eine Facette des Geldadels. Hanns-Bruno Kammertöns und Michael Wech wollen zeigen, was Menschen mit Vermögen machen. Vor allem aber: was es aus ihnen macht. Dabei sind sie auf viele Typen des Jet Set gestoßen. Da ist der protestantisch-bescheidene Joachim Hunold, der es vom Kellner zum Flugzeuglinienbesitzer brachte. Da ist der katholisch-großspurige Willi Weber, den die Entdeckung Michael Schumachers in die High Society katapultierte. Da ist die aristokratisch-degenerierte Baronin Brandstetter, die das Erbe ihrer Gatten im debilen Müßiggang verprasst. Oder der schwäbelnd-moralische Philipp Daniel Merckle, der die hinterlassenen Pharmamilliarden seines Vaters gewissenhafter einsetzen will. Sie eint nicht allzu viel. Bis auf den Reichtum.

Ohne Polemik, Neid betreten die Autoren den Kosmos der 370 000 deutschen Millionäre. Wenn der Hamburger Immobilienmulti Christian Völkers auf seiner Mittelmeerfinca faselt, Geld sei nur Mittel zum Zweck, um es sodann in den Poloclub zu tragen, stellt sich die Frage auch ohne Worte: Das ist also jener Zweck – Reiterspiele?

Kammertöns und Wech wollen darauf keine Antworten geben. Sie lösen die Widersprüche des Reichtums nicht auf, sondern stellen sie nur aus. Ist der Pleite gegangene Luxusautohändler bemitleidenswert? Sind die da oben am Ende die Ärmeren – mit ihrer zwanghaften Hatz nach mehr?

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