Von Nissrine Messaoudi
24.02.2010

Frost reißt Löcher in die Straßen

Senat macht zusätzlich 25 Millionen Euro für Schlagloch-Beseitigung locker

Noch gibt es das Schlagloch in der Torstraße in Mitte. ND-
Noch gibt es das Schlagloch in der Torstraße in Mitte.

Der Winter hinterlässt Spuren. Nicht nur der Gemütszustand der Berliner leidet unter Frost und Kälte, sondern auch die Straßen der Hauptstadt. Tiefe Risse und Schlaglöcher werden aufgrund des Tauwetters immer mehr sichtbar. Damit Maseratis und andere Fahrzeuge weiter sicher durch die Straßen rollen, will der Senat die Löcher mit zusätzlich 25 Millionen Euro stopfen lassen. Das kündigte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) nach der Senatssitzung am Dienstag an. 15 Millionen Euro sollen die Bezirke direkt erhalten, weitere 10 Millionen will der Senat für die dringlichsten Reparaturen nach den Frostschäden verteilen. Bisher standen den Bezirken rund 33 Millionen Euro zur Verfügung, dank des Wetters ging diese Rechnung jedoch nicht auf.

»Die Bezirke haben nun die nötigen Mittel, um die ungewöhnlich großen Straßenschäden nach der langen Frostperiode zu beheben«, sagte die Senatorin. Wichtig sei jedoch, die Schlaglöcher nicht nur provisorisch zuzuschütten, sondern ganze Straßenabschnitte nachhaltig zu sanieren. Berliner sollen sich schon einmal auf vermehrte Baustellen im Straßenbild einstellen. »Der ein oder andere wird sich bestimmt über die Baustellen ärgern, aber letztlich kommt es allen Bürgern zugute«, so Junge-Reyer.

Welchen Bezirken wie viel Geld aus den 15 Millionen Euro Zusatzmitteln zustehen, hängt von der Größe der jeweiligen Straßenflächen ab. Pankow, Mitte, Steglitz-Zehlendorf und Neukölln bekommen deshalb mehr als beispielsweise Friedrichshain-Kreuzberg. Die Bereitstellung der Mittel ist allerdings an die Auflage gebunden, die Gelder dieses Jahr aufzuwenden.

Für die Verteilung der weiteren 10 Millionen Euro müssen sich die Bezirke bei den Verwaltungen für Stadtentwicklung und Finanzen bewerben und dort dringende Straßenreparaturen anmelden. »Es kann durchaus sein, dass in einem Bezirk zwei Straßenabschnitte saniert werden und in einem Bezirk gar keine, da richten wir uns nach dem Bedarf«, erklärte Junge-Reyer. Das eingesparte Geld aus der S-Bahn will Junge-Reyer nach wie vor nicht in die Instandhaltung der Straßen umlenken. »Die Mittel sollen in den öffentlichen Nahverkehr fließen«, versicherte die Senatorin.

Den Schätzungen des ADACs, es habe sich ein Investitionsstau für die Instandhaltung des 5360 Kilometer langen Straßennetzes in Höhe von 450 Millionen Euro gebildet, widersprach die Senatorin vehement. »Wir müssen realistisch sein. In erster Linie gilt es, die Löscher zu schließen und die Straßen zu verbessern. Wir können nicht alle Straßen von Grund auf erneuern, dazu fehlt uns das Geld.«

Für die Fußgänger, die sich im Slalomlauf um Pfützen, Dreck und Hundekot üben müssen, gibt es allerdings keine Finanzhilfen. Dafür verlängert die Berliner Stadt-Reinigung (BSR) ihre Gratis-Splitt-Aktion. Bis Freitag können in den Recyclinghöfen der BSR bis zu 36 000 Eimer (à zehn Liter), die selbst mitzubringen sind, aufgefüllt werden.

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