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Von Steffi Bey
04.03.2010

Karate auf vier Rädern

Japanische Kampfkunst im Rollstuhl / Behinderte lernen in Pankow die ersten Übungen

Schlagkräftig
Schlagkräftig

Eine Premiere ist es für alle: Für die fünf Behinderten, die nach Französisch-Buchholz gekommen sind, und für den Physiotherapeuten Mirko Will. Vielleicht liegt deshalb etwas Spannung in der Luft. Als wenn gleich etwas passiert, womit keiner gerechnet hätte.

Fünf Behinderte haben sich zum ersten Rollstuhl-Karate im Sport-Jugend-Zentrum Buchholz eingefunden. Jeder ist mit einem Begleiter gekommen und hat so seine eigenen Erwartungen: »Ich möchte etwas für meine allgemeine Beweglichkeit tun und bin gespannt, was wir lernen«, sagt Frank Wolf, der seit zwei Jahren im Rollstuhl sitzt. Auch Pepita Richter will sich vor allem mehr bewegen und findet es toll, das gerade mit einer außergewöhnlichen Sportart zu tun. Ein bisschen skeptisch ist dagegen der 56-jährige Rainer Steffin: »Bislang dachte ich, wir Rollis können so etwas überhaupt nicht.«

Schon nach wenigen Trainingsminuten sind seine Bedenken vergessen. Er bemüht sich aufrecht zu sitzen, ohne die Lehne zu berühren. Steffin streckt nacheinander die Arme nach vorn, macht eine Faust und zieht sie wieder an den Körper. So wie es Mirko Will, der für die Übungsstunde selbst im Rollstuhl sitzt, immer wieder vormacht. »Die Ellenbogen nach außen richten«, sagt der Trainer und beobachtet sein Team. Jeder gibt sich Mühe, aber weil jeder ein anderes Handicap hat, sehen die Übungen bei den Frauen und Männern nicht nur anders aus, sondern dauern auch unterschiedlich lang. Will steht auf, gibt Hinweise, korrigiert: »Oberkörper aufrichten und Bauch anspannen, das ist eine Voraussetzung.«

Nur in dieser Körperhaltung funktionieren die Karate-Grundtechniken, Kraft- und Partnerübungen. »Im Training lernen die Schüler, die Techniken speziell an ihren Körper und ihre Fähigkeiten anzupassen«, betont Mirko Will. Der Unterschied zum »normalen Karate« bestehe lediglich darin, dass die Sportler sitzen und es keine Fußtechnik gibt. Der Rollstuhl selbst diene als »effektive Waffe«. Auch Schläge, Stöße und Würfe gehören zum Lern-Repertoire.

Doch es wird eine Weile dauern, bis die Teilnehmer das alles beherrschen. Zunächst gilt es auch, eine spezielle Fahrtechnik zu trainieren. Das bedeutet, ursprüngliche Karate-Schritte werden in Drehbewegungen umgewandelt: Dazu muss der Behinderte mit einer Hand ein Rad festhalten und mit der anderen praktisch den Körper drehen. »Es ist eine Mischung aus Physiotherapie und Sport«, betont Will.

Seit 21 Jahren macht er selbst Karate und hat sich jetzt in Leipzig noch zum Rollstuhl-Trainer ausbilden lassen. »Rollstuhl-Karate ist anstrengend, aber man kann mit einfachen Übungen – gerade in Sachen Beweglichkeit und Rumpf-Stabilisierung – gute Ergebnisse erzielen«, sagt er. Nach der ersten Stunde sind die Behinderten zwar abgekämpft, aber alle wollen wiederkommen. Und sie geben zu, diese Kampfart zu erlernen, um sich auch vor möglichen Angriffen auf der Straße zu schützen.

Erfunden wurde das Rollstuhl-Karate vom Japaner Sensei Tetsuhiko Asai. Es gibt Meisterschaften und der japanische Bundestrainer Sensei Tadashi Ishikawa entwickelt die Übungen weiter.

Infos www.physiomed-will.de. Telefon: 91 42 52 44.

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