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Von Erich Preuß
06.03.2010

Fordern und feiern

Die 175-Jährige deutsche Eisenbahn fühlt sich schlecht behandelt

Die Deutsche Bahn fiel in der jüngsten Vergangenheit meist durch negative Schlagzeilen auf. Zum 175-jährigen Jubiläum der deutschen Eisenbahnen soll nun nur noch gefeiert werden. Für eine richtige Party (und den Streckenausbau) fehlt aber das Geld.

Donnerstagabend ließ Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, beim Parlamentarischen Abend der Allianz pro Schiene die Katze aus dem Sack: Für neue Schienenwege fehle das Geld. Dass es für 47 als »vordringlich« eingestufte Projekte keine Finanzierungsvorstellung gibt, war längst unter dem Stichwort »Geheimpapier« bekannt geworden. Doch sowohl Bundesregierung als auch die Bahn bestritten dessen Existenz.

Nun erklärte Grube doch noch, alljährlich fehlten fünf Milliarden Euro, wäre mit allen 62 Neu- und Ausbauvorhaben begonnen worden. Zu ihnen gehören die Verbesserungen im Knoten Berlin sowie zwischen München und Mühldorf, die neue Y-Trasse Hamburg/Bremen – Hannover, der sogenannte Rhein-Ruhr-Express Düsseldorf – Duisburg, aber auch solche, die international zugesagt worden waren, wie der Ausbau und die Elektrifizierung der Verbindung München – Lindau und der Ausbau der Strecke zum Fehmarnbelt.

Die Bundesregierung sieht jährlich lediglich 1,2 Milliarden Euro für Bahninvestitionen vor. Ab 2011 werden es gewiss noch weniger sein, so dass sogar scheinbar gesicherte Objekte wie der viergleisige Ausbau Karlsruhe – Basel scheitern könnten. Umsomehr verwundern die der Bevölkerung vorgegaukelten Traumschlösser wie »Stuttgart 21«, der milliardenschwere Ersatz des Kopfbahnhofs durch einen Tiefbahnhof. Hier begannen die Bauarbeiten am 2. Februar. Der Nutzen ist vielen fraglich. Grubes Forderung, das Geld nicht vorrangig in den Straßenausbau zu stecken, sondern den Schienenverkehr zu fördern, unterstützte in ganz anderer Weise Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister. Auf dem Kaiserbahnhof in Potsdam appellierte er zum Auftakt der Feierlichkeiten des 175-jährigen Jubiläums der deutschen Eisenbahnen an die Politik, die Eisenbahn wieder in den Mittelpunkt ihres Interesses zu rücken. »Die Mobilität in diesem Land« sei »ohne Eisenbahn undenkbar«.

Von der Bahn wünschte sich Ferlemann, sie möge sich besser präsentieren. Das wird sie im Jubiläumsjahr auch tun, erhält sie doch eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich darzustellen. Grube sagte: »Wir feiern und wollen dabei viele Menschen mitnehmen, ohne aus dem Vollen zu schöpfen. An der Eisenbahn scheint ein großes Interesse zu bestehen. 80 Millionen Bundesbürger wollen mitreden. So etwas habe ich in den Unternehmen, in denen ich vorher war, nicht erlebt.« Grube, seit 308 Tagen Bahnchef, verglich: Der erste von einer Dampflok gezogene Zug in Deutschland beförderte am 7. Dezember 1835 zwischen Nürnberg und Fürth 200 Menschen, heute fahren täglich fünf Millionen in Deutschland mit der Bahn. Die Lufthansa bewegt jährlich 15,8 Millionen Fluggäste, »wir 2,7 Milliarden«! Dass sich das Staatsbahnsystem gegenüber dem Bau und Betrieb privater Eisenbahnen stets überlegen zeigte, sagte Grube nicht. Aber mit einem Blick auf die Auslandsaktivitäten der Deutschen Bahn: »Wir werden den europäischen Wettbewerb nicht kampflos hinnehmen.« Vorerst und zugleich muss der Bahnchef im eigenen Land kämpfen, damit die Eisenbahn von den Politikern die ihr gebührende Unterstützung erfährt.

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