06.03.2010

Über hundert Nazi-Angriffe

Brandenburger »Opferperspektive« zieht Bilanz 2009

Potsdam (dpa/ND). Rechte Gewalt geschieht in Brandenburg nach Einschätzung des Vereins Opferperspektive nach wie vor auf hohem Niveau. 2009 seien 101 Angriffe gezählt worden, teilte der Verein am Freitag in Potsdam mit. Darunter seien 78 Fälle von Körperverletzung, hinzu kämen Brandstiftung, »massive« Bedrohung und Sachbeschädigung.

Die Straftaten hätten sich gegen mindestens 138 Menschen gerichtet, so der Verein. 2008 sei man auf insgesamt 110 Fälle rechter Gewalt aufmerksam geworden. Bei den meisten Angriffen (49) war dem Verein Opferperspektive zufolge Rassismus das Tatmotiv, in 26 Fällen seien die Opfer als politische Gegner angesehen, bei weiteren 18 Taten einem alternativen Milieu zugeordnet worden. Die meisten Straftaten hätten sich in Cottbus (13) und Potsdam (12) ereignet, gefolgt vom Landkreis Havelland (10).

Den Brandanschlag auf das »Haus der Demokratie« in Zossen im Januar wertete der Verein als »vorläufigen Höhepunkt eines verstärkten zielgerichteten Vorgehens der rechten Szene gegen politische Gegner«.