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Von Stefan Otto
06.03.2010

Mehr Bebauung und mehr Mauerpark

Kompromiss-Pläne für Fertigstellung finden Zuspruch / Hostels bringen nicht Bürger zueinander

Viel Mauer mit Graffiti und etwas Park ND-
Viel Mauer mit Graffiti und etwas Park ND-

Wenn über die Erweiterung des Mauerparks diskutiert wird, geht es emotional zu. Die Verhandlungen indes verlaufen zäh. Aber nun hält selbst Heiner Funken von der Initiative »Mauerpark fertig stellen« einen Kompromiss für möglich, mit dem auch die Bürger leben können.

Die Initiative beobachtet jeden Planungsschritt, den Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) mit der Immobilienfirma Vivico als Eigentümerin des Grundstücks unternimmt. Als im Herbst Pläne auftauchten, die einen Gebäuderiegel entlang des Parks vorsah, ging die Initiative auf die Straße und machte mit einigen Tausend Demonstranten Druck, bis der Baustadtrat einen neuen Vorschlag unterbreitete. So zumindest hört sich die Erfolgsgeschichte von Heiner Funken auf einer Pressekonferenz an, zu der seine Initiative gestern zusammen mit Bezirkspolitikern und Umweltverbänden einlud.

Es war der 16. Versuch des Baustadtrats Gothe, der nicht nur das Gehör der Initiative fand, sondern auch eine Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte hinter sich brachte. Der Vorschlag will eine Bebauung am südlichen Ende des Mauerparks an der Bernauer Straße zulassen und dafür die Kernfläche als Park ausbauen. Erst nördlich des Gleimtunnels soll Vivico als Ausgleich eine konzentrierte Bebauung bekommen.

Sven Dietrich von der LINKEN in Mitte stimmte diesem Handel nicht zu, weil die Formulierungen in dem Beschluss einen Spielraum zuließen: »Die Realisierung einer größtmöglichen Parkfläche ist sicherzustellen. Als Orientierung dient dabei der Planungsentwurf von Prof. Lange.« Auch Thorsten Reschke von der CDU hält die Vereinbarung für schwammig. Er möchte nicht, dass am Ende doch eine Bebauung gegen den Willen der Bürger entsteht.

»Für die Vivico sind die Grundstücke an der Bernauer Straße viel attraktiver als nördlich des Gleimtunnels«, gab Reschke zu bedenken. Darin sieht er eine Gefahr für die Parkerweiterung. Auch Dietrich hält es für möglich, dass ein Areal südlich des Gleimtunnels für eine Bebauung freigegeben wird, das zuletzt nicht mehr in den Planbildern Gothes auftauchte, über das aber verhandelt werde.

Frank Bertermann (Grüne) leitet den Ausschuss für Stadtentwicklung in Mitte und hat den Beschluss mit auf den Weg gebracht. Er sieht den Bezirk in der Verantwortung, weil der Senat sich da herausgestohlen habe. »Das Land Berlin hätte vor Jahren das Areal kaufen müssen, um es zu entwickeln.« Das fordern Dietrich und Funken noch immer. Bertermann suchte jedoch nach einer Lösung, um die Verhandlungen voranzubringen. Gibt es in diesem Jahr keine Fortschritte in der Planung, fordert die Allianz-Stiftung 2,5 Millionen Euro zurück, die sie in den Ausbau des bereits errichteten Mauerpark-Teilstücks steckte. Bertermann ist nun erfreut, dass ein Kompromiss über die Verteilung von Bauland und Parkfläche Zuspruch erfährt.

Darüber hinaus hegt Baustadtrat Gothe den Wunsch, mit einer Bebauung das Weddinger Brunnenviertel zum Park hin zu öffnen. Vivico aber will die Baufläche so effizient wie möglich verwerten. Im Gespräch sind Hostels, die bei der Initiative auf Ablehnung stoßen: Die brächten Touristen, aber nicht die Anwohner aus Wedding und Prenzlauer Berg zusammen.

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