Von Oliver Händler
06.03.2010

»Egal, wie der Platz aussieht«

Fußballerinnen brennen nach mehreren Spielabsagen auf den Rückrundenstart

Der Ball sollte schon längst wieder rollen, doch der Winter war zu hart. Fast einen ganzen Monat mussten die Fußballerinnen der Bundesliga warten, bis sie wieder kicken können – lediglich zwei von geplanten zwölf Spielen konnten in diesem Jahr bisher ausgetragen werden. Nun aber soll es wieder losgehen. Soll! »Meine Spielerinnen wollen endlich, dass es wieder losgeht, egal wie der Platz aussieht«, sagt Heidi Vater, Trainerin des USV Jena, gegenüber ND.

Denn nach dem erneuten Kälteeinbruch ist immer noch nicht klar, ob am Sonntag in Duisburg auf Kunst- oder Naturrasen gespielt wird, wenn überhaupt. Eigentlich sollte das schon am Donnerstag geklärt sein, doch bis zum Freitagabend fehlte den Jenaern noch immer die gesicherte Information, wo genau gespielt wird.

»Die lange Vorbereitung war wirklich nicht gerade glücklich«, meint Vater, deren Mannschaft für eine Überraschung in der Hinrunde der Bundesliga hatte sorgen können. Platz sechs in der erst zweiten Saison im Oberhaus und bereits zehn Punkte Abstand auf einen Abstiegsplatz.

Der Abstieg ist aber trotzdem noch nicht abgehakt. »So lange er noch möglich ist, bleibt er natürlich ein Thema für uns«, warnt Vater vor zu hohen Erwartungen. »Wir wollen das Niveau in der Rückrunde halten und weiter guten und erfolgreichen Fußball spielen«, beschreibt Vater die Ziele für die nahe Zukunft.

Das wird aber gegen Duisburg nicht einfach, auch wenn der aktuelle UEFA-Cup-Sieger gegen Essen-Schönebeck vor zwei Wochen lediglich zu einem 1:1 kam und an der Tabellenspitze nun zwei Punkte Rückstand auf Meister Turbine Potsdam hat. Vor allem vor der mit Abstand besten Torjägerin der Liga Inka Grings (20 Treffer in 13 Spielen) hat die Thüringer Trainerin Respekt. »Für mich ist sie die beste Stürmerin, die wir in Deutschland haben. Wir werden versuchen, ihr die Räume eng zu machen, aber ganz ausschalten kann man sie nicht. Das haben wir mittlerweile gelernt«, sagt Vater über Grings, die bei der 0:6-Hinspielniederlage im Oktober zwei Tore erzielte.

Beim kürzlich zu Ende gegangenen Algarve Cup hat Grings im Trikot der Nationalmannschaft sogar sieben Treffer erzielt. »Duisburg hat aber noch viel mehr gute Spielerinnen als nur Inka Grings«, weiß Heidi Vater. »Wenn die mal ins Rollen kommen, ist es ganz schwer, sie aufzuhalten.« Ein wenig hoffen die Jenaer darauf, dass die vielen Nationalspielerinnen in Duisburgs Reihen ein wenig müde vom Reisestress sind und die Thüringer womöglich unterschätzen.

Taktisch wollen die Spielerinnen des USV die Partie am Sonntag möglichst lange offen halten und auf Konter setzen. Vor einem Jahr ging die Strategie fast auf und der Favorit aus dem Ruhrgebiet konnte 75 Minuten lang beim Spielstand von 0:0 geärgert werden. Am Schluss stand es dennoch 0:3 für Duisburg. Inka Grings hatte binnen drei Minuten zweimal zugeschlagen.

Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken