Brasilia (AFP/dpa/ND). Deutsche Unternehmen könnten »eine Schlüsselrolle spielen«, sagte Westerwelle vor der brasilianisch-deutschen Handelskammer in São Paulo. Beim Straßen- und Stadionbau, bei Systemen für den öffentlichen Verkehr, bei Modernisierung der Häfen und Flughäfen oder der Schienen- und Wasserwege könnten deutsche Unternehmen einen großen Beitrag leisten, so der Außenminister. Auch bei der touristischen Vermarktung und der Sicherheitsarchitektur von Großveranstaltungen könnten sie tatkräftig zur Seite stehen. Erneut lobte Westerwelle Brasilien als wichtigen »strategischen Partner« Deutschlands. Die Interessen reichten weit über Wirtschaftsinteressen hinaus. »Wir wissen, dass wir im Geiste sehr eng verbunden sind.«
Westerwelle wird auf seiner einwöchigen Südamerikareise von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Deren Vertreter zogen eine positive Bilanz der Visite. Die »politische Flankierung« durch den Außenminister ergebe gerade bei Projekten der Infrastruktur sowie im Dienstleistungsbereich »vielversprechende Chancen«, um an den »enormen Wachstumspotenzialen« in Südamerika noch stärker teilzuhaben, hieß es.
Ebenfalls aus Delegationskreisen verlautete, der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva habe im Gespräch mit Westerwelle gesagt, in einer globalisierten Welt gebe es keine Erklärung dafür, dass Deutschland, Japan, Indien und Brasilien nicht im UNO-Sicherheitsrat vertreten seien.
Kommentar Seite 4
Sehr erstaunt bin ich darüber, dass der Herr Aussenminister nunmehr auch die Aufgaben des Wirtschaftsministers übernimmt. Es mutet doch eigenartig an, was sich Herr Westerwelle alles zumutet. oder traut er senem Mitminister und Parteifreund Herrn Brüderle nicht zu, im Ausland für die deutsche Wirtschaft zu werben? Ich meine, das wird wohl nicht die Ursache sein. Vielmehr steckt wohl eine ganze Menge Lobbyismus dahinter. Es ist schon erstaunlich, was sich heute Herr Aussenminister erlauben kann. Dazu kommt noch, dass die Bundeskanzlerin sich hinter diese Machenschaften stellt. Sie muss wohl aufpassen, dass sie nicht von ihrem Koalitionspartner überrollt wird- und das als "mächtigste Frau der Welt". Oh je, wo sind wir hingeraten! Mein Standpunkt: hier zeigt sich der faulende und morsche Zustand der jetziogen Koalition.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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