Frankfurt am Main (dpa/ND). Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kassiert mit fast zehn Millionen Euro schon fast wieder so viel wie vor der Krise. Auch insgesamt knüpfte die größte deutsche Bank im vergangenen Jahr bei der Bezahlung der Manager an Vorkrisenzeiten an. Die Vergütung der acht Vorstände summierte sich auf 38,98 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Nach dem Verzicht auf Bonuszahlungen 2008 beliefen sich im Jahr 2009 allein die Boni für Ackermann auf rund 8,2 Millionen Euro. Für 2008 hatte er ohne Boni 1,39 Millionen Euro bezogen. Ein Jahr zuvor waren seine Bezüge nach einem Rekordgewinn der Bank auf fast 14 Millionen Euro geklettert. Unter den Lenkern der 30 DAX-Konzerne dürfte Ackermann mit aktuellen Bezügen von 9,55 Millionen Euro wieder Spitzenverdiener sein.
Nach anhaltender Kritik an der Bezahlung von Managern hatte die Deutsche Bank kürzlich neue Vergütungsregeln eingeführt: Schon 2010 werden variable Gehaltsbestandteile zugunsten des fixen Teils verringert. Boni werden über mehrere Jahre gestreckt und können im Fall von Verlusten zurückgefordert werden. Ackermann stellte in einem Brief an die Aktionäre klar: »Wir legen weiter großen Wert auf eine Vergütung, die es uns im Interesse der Aktionäre erlaubt, die besten Mitarbeiter gewinnen und halten zu können, die aber auch leistungsbezogen, angemessen und verantwortbar ist.«
Für 2008 hatten die damals fünf aktiven Vorstände rund 4,48 Millionen Euro erhalten. Sie hatten wegen der Krise auf Millionenboni verzichtet. Allerdings war die Deutsche Bank 2008 in die roten Zahlen gerutscht, so dass Bonuszahlungen ohnehin nicht wie üblich hätten fließen können. Für 2007 waren den Vorständen rund 33,2 Millionen Euro zugesagt worden.
Laut der Bank sind 70 Prozent der Vorstandsbezüge von 2009 an den Geschäftserfolg gekoppelt und werden erst später ausgezahlt. Ackermann bekomme neben einem Grundgehalt von 1,15 Millionen Euro sowie 154 000 Euro Sachleistungen einen Bonus von rund 1,58 Millionen Euro sofort ausgezahlt. Einen fast gleich hohen Bonus erhielt der oberste Investmentbanker Anshu Jain, dessen Bezüge sich auf 7,8 Millionen Euro summieren. Er verantwortet das Handelsgeschäft, in dem die Bank zuletzt wieder den Löwenanteil der Gewinne erzielte.
Internationaler Topverdiener war 2009 der Chef der US-Bank Wells Fargo, John Stumpf, mit über 21 Millionen Dollar (ca. 15,3 Mio. Euro).
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