Im Norden Berlins – im Gewerbegebiet zwischen den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg – wird in den kommenden zwei Jahren ein neues Industriegebiet entstehen. Dafür erhielt Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) den Förderbescheid des Wirtschaftssenators Harald Wolf (LINKE). Mit 21,2 Millionen Euro will der Senat den Aufbau eines »CleanTech-Parks« am nördlichen Stadtrand unterstützen, das sind 90 Prozent der Gesamtinvestitionssumme von rund 24 Millionen Euro.
»Gerade die Solarenergietechnik ist eine der innovativsten und wachstumsstärksten Branchen Berlins«, betonte der Wirtschaftssenator. Er sieht ein großes Interesse der Wirtschaft, sich in diesem Clean-Tech-Business-Park anzusiedeln. »Die Bundeshauptstadt Berlin bietet hochinnovativen Unternehmen der Green Economy beste Standortvoraussetzungen für industrielles Wachstum und qualifizierte Beschäftigung.« Berlin will mit dieser Investition seine »hervorragende Position im Bereich der Zukunftstechnologie Solarenergie« ausbauen. »Green Economy bedeutet für den Standort Berlin eine glänzende Perspektive durch die Nutzung regenerativer Energien sowie die Entwicklung ressourceneffizienter und umweltschonender Technologien«, sagte der Wirtschaftssenator.
Der Wirtschaftsstadtrat von Marzahn-Hellersdorf, Christian Gräff, verweist darauf, dass dieses Gebiet mit rund 90 Hektar das größte freie Industriegebiet innerhalb der Stadt Berlin ist. Für den Stadtrat ist es eine Investition in die Zukunft. Clean-Technologien – saubere Technologien – haben in Deutschland lange Tradition und bedeuten heute Solarenergie und Windenergie. Der Bezirk habe nun eine Initiative unter dem Motto »Clean Tech Business Park Berlin-Marzahn« gestartet. Der Industriepark schließt an das Gewerbegebiet Berlin eastside an, in dem schon heute rund 2500 Unternehmen angesiedelt sind.
»Über die Hälfte des Gebietes ist das ehemalige Klärwerk Falkenberg mit seinen Silos, technischen Einrichtungen und Gebäuden«, erläutert der Stadtrat. Mit den Fördermitteln soll das Klärwerk abgerissen werden. »Dann wird der Bezirk die Infrastruktur für das neue Industriegebiet bauen.« Dazu gehören Straßen, Versorgungseinrichtungen für Strom, Wasser und Kommunikation.
»Ende 2011 möchten wir komplett fertig sein«, hofft Gräff. Für ihn ist das Besondere an diesem Gewerbegebiet, dass es sich um ein sogenanntes GI-Gebiet handelt, in dem große produzierende Industrie angesiedelt werden kann. Gräff hofft auch darauf, Partner zu finden, um Gemeinschaftseinrichtungen wie ein Konferenzzentrum oder die Versorgungseinrichtungen für alle Unternehmen gemeinsam zu bauen. »Es ist ein geschlossenes Industriegebiet«, meint Christian Gräff, »alle Unternehmen im Gewerbegebiet Berlin eastside werden von dieser Entwicklung profitieren.«
Drei große Unternehmen haben schon ihr Interesse bekundet. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Solartechnik und mit technischen Gasen. Damit bekommt auch die Verkehrsverbindung eine neue Bedeutung. Die Unternehmen brauchen alle die schnelle und kurze Verbindung zur Autobahn und damit wird die Ortsumfahrung Ahrensfelde noch wichtiger. Und alle Unternehmen brauchen die Verbindung nach Süden zum Technologiepark in Adlershof und zum Flughafen BBI. Deshalb erwartet Gräff noch in diesem Jahr eine positive Entscheidung über den Bau der Ost-Tangente durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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