Von Milagros Salazar, Lima (IPS)
Um ihre Landrechte gegen den Zugriff des Staates zu verteidigen, sind Ureinwohner aus Paraguay vor den Interamerkanischen Menschenrechtsgerichtshof gezogen. In der peruanischen Hauptstadt Lima hatten sie Gelegenheit, dem Tribunal ihren Fall vorzutragen. Als Vertreter der indigenen Ortschaft Xákmok Kásek im Westen Paraguays forderten sie die Regierung auf, ihnen 10 700 Hektar Land zurückzugeben, das sie nach eigenen Angaben für die Viehzucht, den Obstanbau und die Pflege ihrer Traditionen benötigen. Paraguay wurde vor Gericht von der Leiterin der nationalen Ureinwohnerbehörde INDI, Lida Acuña, vertreten.
Der Vorwurf gegen Paraguay, die kollektiven Territorialrechte von Ureinwohnern zu verletzen, ist nicht neu. Bei Landstreitigkeiten hat der Gerichtshof mit Hauptsitz in Costa Rica gegen Paraguay bisher mehr Klagen zugelassen als gegen jedes andere Land in der Region. 2005 und 2006 errangen zwei indigene Gemeinden einen Sieg über die Regierung, die die entsprechenden Parzellen jedoch bis heute nicht freigegeben hat.
In dem rund 370 Kilometer von der Hauptstadt Asunción entfernten Ort leben Angehörige des Sanapaná-Volkes, einer der etwa 20 Ethnien in Paraguay. Mit Unterstützung der Hilfsorganisation »Tierraviva« wandten sich die Ureinwohner 2001 bereits an die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH). Acht Jahre später brachte das Gremium die Klage vor den Gerichtshof im costaricanischen San José. Ein Urteil wird im Juli 2011 erwartet. Durch den fehlenden Zugang zu ihrem Land hat sich die Nahrungsmittel- und medizinische Versorgung weiter verschärft, heißt es in der Begründung der Klage. Außerdem verschlechterten sich die sanitären Zustände. Das Überleben der Ureinwohner sei somit gefährdet.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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