Zwischen den wegen einer Pannenserie vom Netz genommenen Atommeilern Brunsbüttel und Krümmel liegen 120 Kilometer. Mit rund 90 000 Menschen, die sich an den Händen fassen, soll am 24. April ein machtvolles Zeichen zur Abschaltung aller Kernenergieanlagen gesetzt werden, weil die schwarz-gelbe Bundesregierung diese länger laufen lassen möchte. Aus dem gesamten Bundesgebiet kommen deshalb Aktivisten mit Sonderzügen und Bussen gen Schleswig-Holstein und Hamburg. Entlang der Route gibt es an verschiedenen Fixpunkten Kundgebungen und kulturelle Aktivitäten. Für Schleswig-Holstein werden die größten Proteste seit dem Brokdorf-Widerstand erwartet.
Die Straßenabschnitte sind verschiedenen Regionen zugeteilt. Berliner und Brandenburger treffen sich im Raum Elmshorn, wo auch der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel erwartet wird. Dort wird es dann ein Treffen mit Jürgen Trittin, ebenfalls ein ehemaliger Umweltminister und derzeit Fraktionsvorsitzender der Grünen, sowie dessen Amtskollegin Renate Künast geben. Die Menschenkette führt auch unmittelbar am AKW Brokdorf vorbei, wo sich der designierte Linksparteichef Klaus Ernst einreihen will.
In Uetersen und Umgebung sammeln sich Aktivisten aus Mecklenburg-Vorpommern. In und um Pinneberg kommen Sachsen, Thüringer und Sachsen-Anhaltiner zusammen. Vor dem Atomkraftwerk Krümmel wird ein Traktor-Konvoi von Widerständlern aus dem Wendland erwartet. Gegen 14.30 Uhr soll die Kette geschlossen sein. Damit dies gelingt, kommt auch internationale Unterstützung aus Polen und Dänemark. Und entlang der gesamten Strecke soll es ein lautstarkes Spektakel werden, denn mit einem Startsignal in Brunsbüttel per Trillerpfeife soll den AKW-Befürwortern der Marsch geblasen werden.
Die logistisch höchst anspruchsvolle Organisation steht weitgehend. Von den Verantwortlichen ist zu hören, dass es eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei gibt. Diverse Straßen werden in den Mittags- und Nachmittagsstunden für die Demonstration gesperrt.
Gestützt wird der Massenprotest von Anti-Atom-Initiativen, Kohlekraftwerksgegnern, Gewerkschaften, kirchlichen Gruppen und Friedensbewegten. Renommierte Künstler, darunter Udo Lindenberg, Konstantin Wecker und Günter Grass, haben einen eigenen Aufruf gestartet.
Nicht allen ist diese Kampagne genehm. So wurden in der Wilstermarsch im Kreis Steinburg rund 50 Straßenstellschilder, die zur Teilnahme am 24. April aufgerufen haben, gestohlen. Die Grünen haben deshalb Strafanzeige gestellt. Die Abschlusskundgebung in Brunsbüttel, bei der unter anderem Jan Delay auftreten wird, sollte ursprünglich auf einer Weide unmittelbar in Reaktornähe stattfinden. Der Landwirt als Pächter des Areals, das dem Energiekonzern Vattenfall gehört, gibt die Fläche nun aber doch nicht frei. Vattenfall bestreitet, Druck ausgeübt zu haben. Man habe den Landwirt lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass eine fremde Nutzung der Koppel vertraglich nicht vereinbart worden sei. Eine Ausweichfläche weitab kommt für den IG-Metall-Bevollmächtigten und Mitorganisator Uwe Zabel jedoch nicht in Frage. »Nun steigt die Kundgebung eben auf der Straße direkt vor dem Eingangstor des AKW«, so der Gewerkschafter.
Parallel zur Menschenkette wird es weitere Aktionen von AKW-Gegnern im oberbayerischen Traunstein und vor dem Zwischenlager Ahaus in Nordrhein-Westfalen geben. Der Atommeiler Biblis in Südhessen soll »umzingelt« werden.
Nur noch 4 Tage...
...bis zur Menschenkette in Hamburg "Atomkraft jetzt abschalten!"
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Unsere Aufmerksamkeit dafür: Probeabo nicht nur für zwei Wochen sondern für zwei Monate - kostenlos und unverbindlich.
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Ihr Ansprechpartner im ND ist Olaf Präger, o.praeger@nd-online.de, Telefon: 030/2978 1624.
Wir freuen uns auf viele positive Reaktionen.
Wir müssen ein Machtvolles Zeichen setzen. Die Koalitionsfraktionen und die Regierung sollen wissen: Wenn sie den Atomkompromiss kündigen, gibt es mit ihrem Volk Ärger.
Und ja, ND soll eine Chance zur Weiterverbreitung bekommen. Ich finde die Idee gut. Ich mache mit, reih auch Du Dich ein.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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