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Von Caroline M. Buck
22.04.2010
Film

Lehrjahre einer Königin

Young Victoria - von Jean-Marc Vallée

Die ausdauerndste Monarchin, die Großbritannien je hatte, verbrachte ihre Jugend in einem goldenen Gefängnis. Weil der Finanzverwalter ihrer Mutter, der Herzogin von Kent, hoffte, die junge Thronfolgerin für seine politischen Ambitionen nutzen zu können, lebte sie, die spätere Queen Victoria, bis zu ihrer Thronbesteigung mit 18 Jahren derart abgeschieden im Kensington Palast, dem Wohnsitz ihrer Mutter, dass die Geschichtsschreibung für ihre systematische Distanzierung vom Geschehen bei Hof den Begriff Kensington-System prägte.

Jean-Marc Vallées »Young Victoria« erzählt vom Ende dieser Palasthaft, von den Monaten unmittelbar vor und den ersten Jahren nach dem Tod ihres Onkels, des Königs. Es ist ein Film über die Lehrjahre einer Königin und dennoch meilenweit entfernt von jeder »Sissi«-Sentimentalität. Das Drehbuch schrieb Julian Fellowes (»Gosford Park«), der sich mit den Mechanismen der britischen High Society auskennt, für die angemessen opulenten Kostüme – Krönungsfeierlichkeiten! Hochzeit bei Hof! – gab es einen Oscar, und mit Sarah Ferguson, Herzogin von York, gehörte ein zeitweiliges Mitglied des englischen Königshauses zu den Produzenten des Films (zu denen allerdings auch Martin Scorsese zählt). 1837, in diesem Jahr setzt die Handlung ein, wird Victoria so stark gegängelt, dass es ihr nicht einmal gestattet ist, allein eine Treppe hinabzusteigen. Wenige Monate später soll sie ein Reich regieren, das die halbe Welt umspannt. Und möglichst bald heiraten, damit die Last nicht auf ihren zarten Schultern allein ruht. Die so zart gar nicht sind. Denn Victoria besitzt den Willen zu Verantwortungsübernahme und Machtausübung, auch wenn ihr das politische Know How noch abgeht und sie ihre Teenager-Emotionalität nicht ganz verleugnen kann. Als politischer Ziehvater bietet sich Lord Melbourne an, ihr erster Premierminister, als möglicher Prinzgemahl wird ihr schon bald ihr Vetter Albert von Sachsen-Coburg und Gotha präsentiert, den sie drei Jahre nach der Thronbesteigung ehelichen wird.

Aus der Rivalität zwischen Lord Melbourne und dem politisch ehrgeizigen, dabei selbst zunächst nur als politisches Instrument seines Onkels, des Königs von Belgien, ins Rennen um die königliche Hand geschickten Albert bezieht »Young Victoria« einen Teil seiner Spannung. Mehr noch aber aus der schrittweisen Emanzipation einer höchst unselbstständigen jungen Frau, die sich den politischen Manipulationsversuchen ihrer Mutter, ihres Verwalters, ihres Premierministers und schließlich ihres Ehemannes zu entziehen lernt. Dass der einmal ihr Traumprinz werden wird, ist allerdings schnell abzusehen.

Der britische Nachwuchsstar Emily Blunt ist eine überzeugende, wenn auch allzu schöne Victoria, Paul Bettany ein ziemlich junger Melbourne, Rupert Friend ein höchst passabler Albert, und Jim Broadbent als König William IV. würzt seinen kurzen Auftritt mit einem memorablen Wutausbruch. Ein erfrischend kühler Blick auf die Machtstrukturen innerhalb des Palastes.

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