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Plötzensee, wo 2891 Todesurteile 1933 bis 1945 gefällt wurden, ist seit '89 Gedenkstätte. ND-Fotos: Burkhard Lange
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Das im Frühjahr 1945 territorial schon stark geschrumpfte »Dritte Reich« taumelte deutlich sichtbar seinem Untergang entgegen, doch die NS-Justiz wütete gnadenlos weiter. Im März 1945 verhandelte das Berliner Kammergericht in getrennten Verfahren, am 20./21. und am 23./24. des Monats, gegen die letzte große betriebliche Widerstandsgruppe in der deutschen Hauptstadt. Sie hatte in den AEG-Werkstätten von Moabit (Huttenstraße) und Wedding (Drontheimerstraße) ihren Schwerpunkt. Um den Dreher Wilhelm Leist (1899-1945) hatte sich ein Bündnis von Facharbeitern und Angestellten unterschiedlicher politischer Herkunft gebildet, das nicht allein Antikriegspropaganda und Sabotage in der Rüstungsindustrie betrieb, sondern auch Waffen, darunter zwei Panzerfäuste und mehrere Pistolen, für die Befreiungskämpfe in letzter Stunde bereithielt. Über Leist sowie vor allem den Deutschrussen Eugen Schmidt gab es Verbindungen in das große »Ostarbeiter«-Lager an der Weddinger Seestraße (heute: Siedlung Schillerhöhe).
Die Anfänge der Gruppe reichen bis ins Jahr 1944 zurück. Denn auch nach der Zerschlagung der Berlin-Brandenburger KPD-Gruppe um Anton Saefkow und Franz Jacob war die illegale Arbeit in den Berliner Betrieben keineswegs restlos zum Erliegen gekommen. Obwohl die politische Kraft der sozialistischen und kommunistischen Regimegegner nicht mehr für eine weitverzweigte Organisation ausreichte, gab es doch noch mehrere von der Gestapo nicht aufgedeckte lokale betriebliche Zellen. Aber so entschieden und einig die Arbeiter auch in ihrem Mut zum Widerstand waren, so sehr differierten ihre Meinungen hinsichtlich der anhaltenden Gefährlichkeit des politischen Gegners. Mancher wähnte aufgrund des raschen Vordringens der Alliierten den Feind bereits am Boden und glaubte auch die Gestapo längst innerlich zersetzt. Vor allem Richard Weller, Leists Freund, fiel auf die Sirenengesänge eines vermeintlichen kommunistischen Funktionärs Namens »Wilhelm« (auch »Stein« bzw. »Frey«) herein, der Wert darauf legte, möglichst jedes deutsche und ausländische Gruppenmitglied persönlich kennen zu lernen. Tatsächlich handelte es sich bei ihm um einen V-Mann der Geheimen Staatspolizei.
In der vierten Woche des Februars 1945 setzten die Verhaftungen ein. Leist war wegen seiner Hilfe für »Ostarbeiter« bereits im November 1944 in Haft geraten. Beim »Verhör« wurden Wehrlose schwer misshandelt, um an die Namen aller Oppositionellen zu kommen. Bereits wenige Wochen darauf verurteilte das Berliner Kammergericht mindestens 13 Menschen zum Tode. Einer von ihnen, Kurt Müller, beging in der Haft Selbstmord. Einer der wenigen Überlebenden überlieferte die fanatischen Worte von Generalstaatsanwalt Jachmann am 24. März 1945, man dächte gar nicht daran, »weich und nachgiebig zu werden, angesichts der verschärften Lage. Nein, wir werden alle und jeden beseitigen«; man werde »nicht kampflos abtreten«.
Trotz intensiver Recherche konnten bislang weder die Anklageschriften noch die Urteile gefunden werden. Aber wir wissen, dass am 10. April 1945 sechs Anhänger der Gruppe Leist (AEG-Turbine) und drei Tage darauf sieben der Gruppe Weller (AEG Drontheimerstraße) in der Hinrichtungsstätte Plötzensee ermordet wurden. Alle hatten bis zuletzt gehofft, durch das Kriegsende noch rechtzeitig gerettet zu werden. Ein Augenzeuge berichtete: »Es herrschte beinahe gute Stimmung angesichts ... der nahenden Freiheit. Der Russe rückte immer näher, der Amerikaner hatte die Elbe erreicht.« Die Hoffnungen wurden bitter enttäuscht.
Es sollten nicht die letzten Opfer des Widerstandes in Berlin sein sein. Am 18. April 1945 wurde der Reinickendorfer Ingenieur Wilhelm Scheller, der im Herbst 1944 mit dem Fallschirm von der Roten Armee über Slowenien abgesetzt worden war und im Oktober des Jahres in Berlin auftauchte, in Plötzensee wegen »Feindbegünstigung« hingerichtet.
Am 25. April 1945 schließlich befreite die Rote Armee die weit-gehend menschenleere Haftanstalt und Hinrichtungsstätte.
Das alles liegt nun 65 Jahre zurück, von vielen Todesopfern der Gruppe um Weller existiert bis heute nicht einmal ein Foto. Und höchstwahrscheinlich wurde der Gestapo-V-Mann »Wilhelm«, der über ein Dutzend Menschen auf dem Gewissen hat, nie seiner gerechten Strafe zugeführt. Seine Spur verlor sich nach dem Krieg.
Noch vor dem Sonnenaufgang zu einer neuen Epoche wurden auch einst Kaempfer gegen eine Diktatur in USA, von den Anhaengern dieser Diktatur hingerichtet: In Texas steht ein Denkmal neben welchen die USA Flagge ewig auf Halbmast haengen darf: Nach 1844 wanderten tausende von Deutschen nach Texas . Die Meisten wollten eine neue Existenzmoeglichkeit, aber andere waren "Demokraten" jener Epoche und einige "Urkommunisten": Alle jedoch lehnten die Sklaverei ueber die African-Americans (damals als "Negroes" bezeichnet) ab. Das eregte sofort den Hass der "Texians" (Weisse Zuwanderer von den Suedstaaten). Die Deutschen durften ihre Meinung gegen die Sklaverei besser nicht zu offentlich bekannt geben, uerberhaupt kaum in der englisch-sprachigen Presse. Die Gruender der deutschen Zeitung in San Antonio mussten von Texas fliehen. (Die Zeitung , jetzt in Englisch, ist seitdem und heute nach 150+ "konservativ" ... "Nichts Neues im Westen!") 1861 brachen die Suedstaaten aus der Union der USA Staaten - und gruendeten die "Confederate States" - wo man die Sklaverei weiter erhalten wollte. In Texas fuerchteten sich die Texians dass die Deutschen fuer die "Union" kaempfen wuerden, und einige uebefielen ihre deutschen Nachbarsiedlung und ermordeten die deutschen Siedler . 70 junge Deutsche ritten suedlich und wollten von Mexiko mit einem Schiff nach New York segeln um fuer die "Union" zu kaempfen. (150,000 deutsche Einwanderer kaempften in der "Union Army" - ganze deutsche Kavallerieregimenter.) Am "Nueces" Fluss in Texas ueberfiehlen "Confederate" Truppen die fliehenden Deutschen. Viele fielen waehrend das Feuergefechtes, die Verwundeten wurde danach von den "Confederates" an der Stelle erschossen. Nach dem Sieg der "Union" 1865 suchten die Verwandten am "Nueces" Fluss die Ueberreste ihrer gefallenen Soehne. Diese Ueberreste wurden zusammen mit denen der vorher 1861 ermordeten beim "Treue der Union Monument" beigesetzt. Siehe "Treue der Union Monument" im Internet.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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