04.05.2010

Demonstrant getreten: Polizist stellt sich

(dpa). Nach dem Fußtritt gegen eine Person am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg hat sich ein Polizeiobermeister gestellt. Der Beamte habe sich seinem Vorgesetzten offenbart, teilte die Polizei am Montag mit. Auf Filmen im Internet ist zu sehen, wie der Angehörige einer Berliner Einsatzhundertschaft am Abend des 1. Mai in der Wiener Straße im Vorbeirennen einen am Boden sitzenden Menschen gezielt und heftig mit dem Fuß oder Schienbein gegen den Kopf tritt. Auch in einer Videodokumentation der Polizei sei dies zu sehen.

Ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt liegt seit Montagnachmittag bei der Staatsanwaltschaft, sagte ein Sprecher gegenüber ND. Der Polizist werde bis zum Abschluss der Ermittlungen nicht in seiner Einheit eingesetzt, hieß es. Unklar ist, wer das Opfer ist. Bisher hätten sich weder das Opfer noch Zeugen gemeldet.

»Ein gezielter Fußtritt ist nicht durch Stress oder sonst etwas erklärbar«, sagte der Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux am Montag im Innenausschuss. Der Vorfall zeige, wie nötig eine individuelle Kennzeichnung der Polizisten sei. Diese müsse bei solchen Einsätzen zwar anonymisiert sein, aber dafür »groß, einprägsam und nachts leuchtend«.

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