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Von Klaus Joachim Herrmann 15.05.2010 / Berlin / Brandenburg

Ein Ort für das Wandbild gesucht

Walter Womackas Kunstwerk am ehemaligen Bauministerium vor der Rettung durch WBM

Walter Womackas Wandbild ND-
Walter Womackas Wandbild

»Einmal mehr einen verantwortungsvollen Umgang mit baugebundener Kunst« bescheinigt der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) der Verein »Freundeskreis Walter Womacka«. Das Wandbild »Der Mensch, das Maß aller Dinge« von Prof. Womacka werde die WBM vom Gebäude des ehemaligen Bauministeriums Breite Straße 12 abhängen lassen und »vorerst fachgerecht einlagern, bis ein neuer Standort gefunden ist«, hatte die Gesellschaft am Mittwoch mitgeteilt. Das Haus soll nach Eigentümerwechsel abgerissen werden.

Nun gelte es, für das Wandbild einen »guten Ort im öffentlichen Stadtraum zu finden, es recht bald zu sanieren und dort anzubringen«, fordert der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Linkspartei im Abgeordnetenhaus, Thomas Flierl. Die WBM helfe sogar Bund und Senat aus einer »ernsten Verlegenheit«. Beide seien arg überrascht, wenn bei Gebäudeabbrüchen auch Kunstwerke aus DDR-Zeiten auftauchten. Diese Hinterlassenschaften der DDR hätten aber einen materiellen Wert, seien Geschichtszeugnis und Kunstobjekt. »Bei keiner anderen historischen Periode deutscher Geschichte käme man auf den Gedanken, vergleichbare Objekte zum Abholpreis zu entsorgen.«

Baugebundene Arbeiten Womackas, bestätigt der Freundeskreis, seien von der »Re-Historisierung« und Umgestaltung des Zentrums akut bedroht. 1995 wurden die Wandbilder im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR Opfer der Abrissbirne.

Das Wandbild, das aus 360 Keramikplatten besteht, werde nicht nur demontiert und eingelagert, kündigte die WBM an. In Zusammenarbeit mit Walter Womacka, seinem Freundeskreis und Fachleuten werde zudem ein Gesamtkonzept erarbeitet, »welches über den Erhalt dieses Werkes im Berliner Stadtraum hinausgehen und sich des Themas baugebundener und bedrohter Arbeiten insgesamt annehmen wird«.

Für ihr Engagement macht die WBM auch eine »besondere Verbindung« zu Womacka geltend. So sei »dieser bedeutende Maler der jüngeren deutschen Kunstgeschichte« seit 1984 ihr Mieter. Er habe auch das Fries »Unser Leben« am Haus des Lehrers am Alexanderplatz realisiert. Dieses sei WBM-Eigentum.


Daten zum Wandbild:

Fertigstellung: 1968
Titel: Der Mensch, das Maß aller Dinge
Material/Technik: Emaille auf Kupfer
Ausführung (Werkstatt): Heinrich Tessmer, Wolfgang Liebert, W. Zenichowski
Maße: 15 x 6 Meter
Angaben: Freundeskreis Walter Womacka e.V.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

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  • Benutzer-Jens, 14. Mai 2010 20:27

    Einen Gruß an die WBM

    Das ist doch mal eine gute Nachricht!

    Ja, es muss erhalten werden, kein Zweifel.

    • Permalink

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