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FDP steigt aus Düsseldorfer Pokerrunde aus

Trotz Werbens der SPD um Liberale: Jetzt nur noch Rot-Grün-Rot oder Große Koalition in Nordrhein-Westfalen möglich

Im Koalitionspoker nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat die FDP Gespräche mit SPD und Grünen endgültig abgesagt und damit Spekulationen über eine Ampelregierung ein Ende gesetzt.

Düsseldorf (Agenturen/ND). FDP-Landeschef Andreas Pinkwart erklärte am Freitag in Düsseldorf: »Die Ampel und Jamaika sind keine Koalitionsoptionen mehr«. Nachdem SPD und Grüne auch die LINKE zu Sondierungen eingeladen hatten, fehle für Gespräche mit der FDP die Grundlage. Damit kann eine Regierungsmehrheit in Düsseldorf nur noch durch ein rot-grün-rotes Bündnis oder aber eine Große Koalition zustande kommen.

Unmittelbar vor der Gesprächsabsage der FDP hatte die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft in Düsseldorf noch darauf hingewiesen, dass die Liberalen in der Vergangenheit »stets ihre politische Verantwortung wahrgenommen« hätten. Die Gesprächsangebote von Rot-Grün an FDP und LINKE hätten »keine Alibiveranstaltung« vorbereiten sollen. Vielmehr wollten SPD und Grüne »in beiden Fällen ernsthaft ausloten«, ob ein möglicher dritter Partner zur Übernahme politischer Verantwortung in einer stabilen Regierung bereit sei.

SPD und Grüne werden nun voraussichtlich in der zweiten Hälfte der kommenden Woche mit der NRW-LINKEN Gespräche führen. Entsprechende Terminvorschläge unterbreiteten beide Parteien der Linkspartei in Briefen, deren Eingang ein LINKE-Sprecher in Düsseldorf bestätigte. Nach dem knappen Wahlausgang in NRW sind SPD und Grüne auf einen dritten Koalitionspartner angewiesen. Spitzenpolitiker beider Parteien trafen sich am Freitag in Düsseldorf zu einem zweiten Sondierungsgespräch über eine künftige rot-grüne Zusammenarbeit, das laut Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann »sehr ziel- und sachorientiert« verlief. Auch Kraft sprach von »sehr vertrauensvollen, sehr guten Gesprächen« zwischen SPD und Grünen.

Pinkwart warf den beiden Parteien hingegen vor, deren Gesprächsangebot an die FDP fehle »offensichtlich jede Ernsthaftigkeit«. Anderenfalls wäre »nicht am selben Tag auch eine Einladung an die Linkspartei erfolgt«. »Ich bedauere sehr, dass die traditionsreiche NRW-SPD heute eine klare Entscheidung getroffen hat für eine linksradikale Partneroption und gegen eine liberale Partneroption«, erklärte der FDP-Landesvorsitzende. »Die Offenheit der FDP gegenüber Gesprächsangeboten von SPD und Grünen ist damit beendet.«

Der designierte Linkspartei-Vorsitzende Klaus Ernst hat unterdessen Forderungen des NRW-Verbandes seiner Partei relativiert. Sowohl eine Vergesellschaftung der Energiekonzerne RWE und E.on als auch der Übergang zu einer 30-Stunden-Woche seien von einer Landesregierung allein gar nicht zu leisten, sagte Ernst am Freitag dem Südwestrundfunk.

Linksfraktionschef Gregor Gysi warb weiter für eine rot-grün-rote Koalition unter einer SPD-Ministerpräsidentin Kraft. »Es wird ihr sehr schwerfallen, ihren Wählern die Kompromisse zu erklären, die sie mit der FDP eingehen muss. Da werden ihr die Kompromisse, die sie mit uns machen muss, leichter fallen«, sagte Gysi den »Stuttgarter Nachrichten« und der »Kölnischen Rundschau«

Die Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen machen indes offen Front gegen die Linkspartei und warnen vor deren Regierungsbeteiligung in Düsseldorf. Die Ziele der LINKEN gefährdeten Arbeitsplätze und den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen, sagte der NRW-Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Er kritisiert in diesem Zusammenhang die Absicht von SPD und Grünen, Sondierungsgespräche mit der LINKEN zu führen: Eine »Gruppierung von Altkommunisten und Extremisten« habe »an einem Gesprächstisch und in einer Regierung nichts verloren«, betonte der Arbeitgeberpräsident. Aus Sicht Maier-Hunkes wäre eine Große Koalition »eine gute Lösung«.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

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  • linkslibero, 15. Mai 2010 00:23

    Regierung nichts verloren

    ich frage mich ob ein Arbeitgeber, der sich davon bedroht fühlt, dass eine demokratisch gewählte und in ihren Grundsätzen fest im Sattel (1000xmal mehr als die FDP) des Grundgesetzts sitzende Parte, die einen 10 Euro Mindestlohn einführen möchte, nicht selbst eher nicht(!) geeignet ist um ein Moral(vor)urteil über eine Partei zu generieren die er selbst mit Sicherheit nur aus den Vorurteilen anderer kennt.

    Wieviele Betriebe würden durch DIE LINKE wirklich in ihrer Existenz bedroht? Keine? Oder gibt es etwa Hungerlöhne in Deutschland, einem der noch reichsten Industrieländer der Welt. Mhmh...Und ist DIE LINKE neuerdings die Alleinregierung oder wie?

    Die FDP ist eine extremistische Partei. Sie ist der treibende Motor der Entsolidarisierung. Wenn ich schon höre, dass Frau Bundeskanzlerin Merkel in einem anderen Artikel (im inet) die Deutschen auf harte Einschnitte einstimmt, höre ich gleichzeitig aus dem Off schon wieder diese Extremisten die schon Hartz4 bis zum Hungertod frisiert haben. Hartz4 ist schlimm, die Vorstellungen der FDP sind extremistisch. Die Gefahr liegt in Beidem.

    Mit der Geschichte von DIE LINKE und einem lernen aus dieser, muss auch konsequent gegen antidemokratische Geheimdienste vorgegangen werden. Dies ist nur bei der LINKEn verlässlich und glaubhaft. Denn diese Partei stellt sich wenigstens ihrer Vergangenheit. Auch wenn die LINKEN in NRW irgendwie ein wenig durchgeknallt wirken, (meine persönliche Meinung, ich find das aber symphatisch) in ihren Inhalten sind sie die Haltelinie für eine sozialere Politik. Wer das verkennt, hat vielleicht selbst nichts aus der Geschichte gelernt. Ist der Abschied vom Krieg so schwer, dann hofft darauf das die LINKE nicht noch stärker wird. Das ist meine Notiz für angebliche liberale.

    • Permalink

  • MILES, 15. Mai 2010 22:00

    FDP IST AUS

    UND UNERWÜNSCHT.POLITISCH STEHLT FDP ECHT NICHTS.ROT ROT GRÜN WIRD NRW GUT TUN. PROFICHAT. GUTE ERHOLUNG AUCH FUHR GANZE DEUTSCHLAND.KAPITALISMUS IN DER LETZTE FASSE ZUM IMPERIALISMUS. DANN IST SCHLUSS.FANGEN WIR WIEDER VON VORNE.

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