Die neofaschistische »Kameradschaft Märkisch Oder Barnim« will ab dem 29. Mai jede Woche in einem anderen Ort in Märkisch-Oderland und Barnim aufmarschieren. Nach Bernau (29. Mai) sind Eberswalde (5. Juni) und Bad Freienwalde (12. Juni) dran. Es folgen Strausberg (19. Juni), Joachimsthal (26. Juni), Biesenthal (3. Juli) und Manschnow (10. Juli).
Das Bündnis »Brandenburg Nazifrei« will sich das nicht bieten lassen. Geplant sind verschiedene Gegenaktionen. So soll es am Bernauer Bahnhof eine Massenblockade geben, kündigte Sprecher Dennis Stefan an. In Eberswalde werde in Kooperation mit lokalen Radsportvereinen ein Zeitfahrrennen organisiert, das sich über zehn Stunden hinziehe. Deshalb können die Nazis dort nicht wie geplant durch die Innenstadt marschieren, berichtete Stefan. Sie bekommen wohl von der Polizei eine andere Route zugewiesen und auch da soll es Proteste geben. In einer anderen Stadt ist ein »gemeinsames Frühstück« unter freiem Himmel vorgesehen. Das soll die Neonazis behindern.
Die Kameradschaft gibt es Stefan zufolge seit 2008. Sie gilt als Nachfolgeorganisation des berüchtigten »Märkischen Heimatschutzes«, der sich vor einigen Jahren auflöste und damit wohl einem drohenden Verbot durch den Brandenburger Innenminister zuvorkam. Bei Demonstrationen werden immer dieselben zwei Dutzend Leute gesichtet. Man geht jedoch davon aus, dass zum Umfeld der Kameradschaft bis zu 80 Personen gehören. Die KMOB beteiligte sich am 1. Mai in Berlin am Nazi-Aufmarsch auf der Bornholmer Straße. Die Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945 bezeichnet sie nicht etwa als das Ende, sondern als den Beginn des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte.
Derartiges will das Bündnis »Brandenburg Nazifrei« nicht hinnehmen. »Wir werden nicht zulassen, dass Rechtsradikale in unseren Orten marschieren«, heißt es im Aufruf, der bereits 160 Unterschriften trägt. Zu den Unterstützern gehören Parteien, Vereine und Gewerkschaften, außerdem Bundestags- und Landtagsabgeordnete von SPD und Linkspartei.
Die LINKE, die am 29. Mai eine Regionalkonferenz in der Gegend abhalten will, denkt noch über den Ort nach. Es sei nicht denkbar, dass man im Saal sitze, während draußen Proteste gegen Neonazis laufen, sagte Landtagsfraktionschefin Kerstin Kaiser.
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