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Von René Heilig
25.05.2010

Experiment in der Topographie

Nazi-Filme unzensiert

Mit über 500 000 Besuchern im Jahr gehört die »Topographie des Terrors« zu den meist besuchten Erinnerungsorten in Berlin. Dort, wo sich die Zentralen der Geheimen Staatspolizei, der SS und des Reichssicherheitshauptamts befanden, hat seit Anfang Mai ein Dokumentationszentrum geöffnet, das gerade von jugendlichen Besuchern der Hauptstadt besucht wird – in der Hoffnung, ein wenig zu begreifen, wie es zum Unbegreiflichen kommen konnte.

Helfen soll dabei demnächst auch das Medium Film. Am kommenden Donnerstag beginnt in den Räumen des Dokumentationszentrums eine gemeinsam mit dem Bundesfilmarchiv und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung veranstaltete Reihe, die ebenso gewagt ist, wie sie hilfreich sein kann. Gezeigt werden Dokumentations- und Spielfilme aus dem sogenannten Dritten Reich, eine Selbstdarstellung also. Die aber auch Dank sachkundiger Einführung Nachgeborenen helfen kann, das gemein Verführerische der Nazi-Propaganda zu erkennen. Und zu bewerten.

Den Anfang machen drei Dokumentarfilme, die allesamt den Weg zur sogenannten Volksgemeinschaft verdeutlichen sollen. Abgelichtete Ereignisse, die Ansprachen von Hitler und Göring, der Tag von Potsdam mit all den noch schillernden Akteuren – sie alle bergen eine Fülle von Ansätzen zur Debatte über Zeitgeschichte, deren Folgen noch heute europaweit spürbar sind. Gezeigt werden: »Die Nazibewegung in Berlin« (sieben Minuten) von 1929/30, es folgt der fast einstündige Streifen »Deutschland erwacht«, vermutlich 1933, der noch wie ein Rohschnitt all dessen anmutet, was den Siegestaumel der Hitler-Bewegung ausgemacht hat.

Aus handwerklicher Sicht erheblich weiterentwickelt, damit propagandistisch ausgefeilter ist der Streifen »Gestern und heute« (elf Minuten). Kompetenter Gesprächspartner wird der Berliner Historiker Prof. Laurenz Demps sein. So in Zeit und Umstände eingeführt, bieten die Veranstalter am 3. Juni den 1933 gedrehten Spielfilm »SA-Mann Brandt«. In der Reihe zu sehen werden unter anderem sein: »Triumph des Willens«, 1934/35, von Leni Riefenstahl, »Ich klage an«, 1941, von Wolfgang Liebeneimer, Der »Ewige Jude«, 1940, von Fritz Hippler und »Kolberg« (Regie Veit Harlan). Der letzte UFA-Durchhalte-Streifen hatte am 30. Januar 1945 im besetzten La Rochelle Uraufführung.

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