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Von Mark Wolter, Madrid
25.05.2010

Inter feiert das Triple

Champions League: Der FC Bayern tröstet sich mit Ribéry-Vertrag

Das Finalwochenende in Madrid endete so, wie es begonnen hatte. Mit José Mourinho. Als die Spieler von Inter Mailand schon alle Siegerfotos und Interviews hinter sich hatten und in einer kleinen Gasse hinter dem Estadio Santiago Bernabéu endlich ihre Frauen, Familien und Freunde umarmten, hatte ihr Trainer seinen Auftritt. »Inter wollte mich. Vielleicht hatten sie das Gefühl, dass ich ihnen den Traum vom Champions-League-Sieg erfüllen kann«, erklärte Mourinho vor versammelter Weltpresse nach dem 2:0-Finalerfolg gegen den FC Bayern München. »Jetzt haben sie ihn. Das macht mich sehr glücklich.«

Inters Präsident, der den portugiesischen Trainer nach zähem Werben nach Mailand geholt hatte, scheute sich nach 45 Jahren Warten auf den nächsten Champions-League-Pokal auch nicht, das Eigenlob Mourinhos zu bekräftigen: »Wir verdanken ihm diesen Triumph. Wie Mourinho trainiert und motiviert, ist einzigartig«, sagte der aufgelöste Massimo Moratti, dessen Vater beim letzten Triumph 1965 die Geschicke leitete.

Die mehr als 20 000 mitgereisten Inter-Fans, die bis in die Morgenstunden die zur Fanmeile mutierte Paeso de la Castellana bevölkerten, hatten neben Mourinho noch einen anderen zum Helden erkoren: Doppeltorschütze Diego Milito, der zwei der pfeilschnellen Konter der Italiener eiskalt abgeschlossen hatte. »Ich bin überglücklich. Ein Traum ist wahr geworden«, wiederholte der argentinische Sürmer immer wieder beim Marathon vor den Kameras, ehe er kurz nach Mitternacht entnervt die Medaille für den »Man of the Match« abnahm und sich zum Duschen verabschiedete.

Die Bayern waren da schon lange in das ein paar hundert Meter entfernte Teamhotel »Eurostars Towers« geflüchtet und trösteten sich beim obligatorischen Bankett. »In der Niederlage zeigt sich die wahre Größe einer Mannschaft«, richtete Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die ersten Worte an die geknickten Spieler. Die üblichen Floskeln und der Hinweis, dass das Team »trotzdem eine fantastische Saison gespielt hat«, konnten die Enttäuschung und die Gedanken zu den Gründen der Finalniederlage nicht wegwischen.

»Nicht jeder von uns hat 100 Prozent auf dem Platz gebracht«, sagte Mittelfeldgestalter Bastian Schweinsteiger. »Uns hat ein bisschen der Mut gefehlt, um Chancen zu erzwingen.« Vor allem hatte es den Münchnern an Kreativität gemangelt, um die wieder einmal perfekt organisierten Defensivriegel von Inter durcheinander zu bringen. Thomas Müller hatte kurz nach der Pause die einzige große Torchance vergeben. »Wir können nicht feiern. Es ist schwierig, ein Finale zu erreichen. Vielleicht fliegen wir in der kommenden Saison auch in der Vorrunde raus«, sagte Trainer Louis van Gaal, und auch Präsident Uli Hoeneß klagte: »So eine Chance kriegt man vielleicht lange nicht mehr.«

Bei der Rückkehr in der Heimat und dem Empfang am Sonntag in München vor rund 25 000 Anhängern auf dem Marienplatz war die erste Enttäuschung aber schon etwas gewichen, und die Bayern hatten zur Stimmungsaufhellung auch noch ein As im Ärmel. Drei Tage lang hatten sich die Verantwortlichen in Madrid partout gegen die neugierigen Fragen zur Vertragsverlängerung von Franck Ribéry gewehrt, um im Falle der Finalniederlage die Saison doch noch mit einer Erfolgsmeldung abschließen zu können: »Isch 'abe gemacht fünf Jahre mehr«, rief der französische Linksaußen, der beim Finale wegen seiner Rotsperre zuschauen musste, nun den begeisterten Fans vom Balkon zu.

In Mailand war der Jubel über das erste Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League ungleich größer. Nachdem mehr als 100 000 Tifosi das Spiel auf der Piazza del Duomo auf Großleinwand verfolgt und die Nacht durchgemacht hatten, pilgerten rund 50 000 von ihnen sonntags früh um 6 Uhr ins Giuseppe-Meazza-Stadion, wo die Mannschaft direkt nach ihrem Rückflug aus Madrid einlief. Während die Spieler mit dem Pokal Ehrenrunden drehten, feierten die Fans mit Sprechchören ihr Team und Trainer Mourinho – der allerdings fehlte.

Mourinho war nicht mitgeflogen, sondern in der spanischen Hauptstadt geblieben. Zwar wollte er nach seinem zweiten Champions-League-Erfolg nach 2004 mit dem FC Porto noch nichts offiziell bestätigen, dem portugiesischen Fernsehen verriet er aber: »Meine Arbeit bei Inter ist beendet. Wir haben mit Real verhandelt, und ich denke, dass alles klar geht. Die Dinge sind in die Wege geleitet.« Der nächste große Auftritt im Estadio Santiago Bernabéu dürfte also wieder Jose Mourinho gehören.

FC Bayern München: Hans-Jörg Butt - Philipp Lahm, Daniel van Buyten, Martin Demichelis, Holger Badstuber - Mark van Bommel, Bastian Schweinsteiger - Arjen Robben, Thomas Müller, Hamit Altintop (63. Miroslav Klose) - Ivica Olic (74. Mario Gomez).

FC Internazionale Mailand: Julio César - Maicon, Lucio, Walter Samuel, Cristian Chivu (68. Dejan Stankovic) - Javier Zanetti, Esteban Cambiasso - Samuel Eto'o, Wesley Sneijder, Goran Pandev (79. Sulley Muntari) - Diego Milito (90.+2 Marco Materazzi).

Tore: 0:1 Diego Milito (35.), 0:2 Diego Milito (70.). Gelb: Martin Demichelis, Mark van Bommel / Cristian Chivu.

Schiedsrichter: Howard Webb (England). Zuschauer: 74 954 (ausverkauft).

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