»Knast ist ein Folterinstrument«

Erfolgsdruck der Ermittler brachte den Antifaschisten Christoph T. in Untersuchungshaft

Der 24-jährige Berliner Antifaschist CHRISTOPH T. saß im vergangenen Jahr drei Monate unschuldig im Gefängnis. Ihm wurde eine versuchte Brandstiftung an einem Pkw vorgeworfen. Über die Haftzeit und deren politische Hintergründe sprach mit ihm NIELS SEIBERT.

Drei Monate unschuldig hinter Mauern und Stacheldraht ND-

ND: Im Juli 2009 wurden Sie wegen vermeintlicher Autobrandstiftung festgenommen und waren 96 Tage inhaftiert. Wie war es, plötzlich im Knast zu sein?
CHRISTOPH T.: So plötzlich war es nicht. Am 17. Juni 2009 wurde ich erstmals mit Tim H. wegen angeblicher Brandstiftung festgenommen, am folgenden Tag wieder entlassen. Die Berliner Staatsanwaltschaft wollte aber unbedingt Verantwortliche für die Brandstiftungen präsentieren und ging bei allen Instanzen in Beschwerde. In diesem Zeitraum war noch ungewiss, ob gegen mich Haftbefehl erhoben wird. Meine Anwältinnen bereiteten mich auf das Schlimmste vor. Die letzte Instanz vor dem Kammergericht sollte es dann sein, welche Haftbefehl gegen mich erhob, ohne neue Indizien vorweisen zu können. Ich wurde dann am 15. Juli 2009 morgens abgeholt, und als sich die schweren Stahltore von Berlin-Moabit hinter mir geschlossen hatten, merkte ich: »Nun bist du im Gefängnis.« Zuallererst verspürte ich Angst und eine große Ungewissheit, was nun als nächstes passieren würde. Doch am schlimmsten ist die Hilflosigkeit, die einem zu verstehen gibt, nicht mehr über sich selbst bestimmen zu können.

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