Um aus der Defensive herauszukommen, müssten Gewerkschaften neue Antworten auf die Folgen von Globalisierung und neoliberaler Meinungsführerschaft entwickeln, forderte Werner Sauerborn bei einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung/Peter Imandt-Gesellschaft in Saarbrücken. Dabei sind die Rückkehr zu einer Arbeitszeitpolitik ebenso wie die Forderung nach politischen Streiks in Deutschland zentrale Forderungen.
Die Krise der Gewerkschaft habe Mitte der achtziger Jahre begonnen, analysiert Werner Sauerborn, Gewerkschaftssekretär im Grundsatzreferat von ver.di in Baden-Württemberg. Die »Zeitenwende« hat nach seiner Überzeugung mit der »globalisierten, finanzmarktgesteuerten Ökonomie« und dem damit verbundenen Abschied vom »Rheinischen Kapitalismus« begonnen. Der globalisierte Kapitalismus habe zu »Entgrenzung und Beschleunigung« geführt – zu immer neuen Konkurrenzsituationen nicht nur der Unternehmen untereinander, sondern auch innerhalb der Unternehmen und damit letztlich auch der Arbeitnehmer untereinander. Im öffentlichen Sektor hätten die Arbeitgeber den Druck auf die Beschäftigten mit Hinweis auf privatisierte Konkurrenten ausgespielt. Damit seien »Streiks untertunnelt und in ihrer Wirksamkeit stark geschwächt« worden. Letztlich habe der globalisierte Kapitalismus damit »die Verhältnisse zum Tanzen gebracht«. Ein Grundprinzip gewerkschaftlicher Arbeit, nämlich die »ökonomische Solidarität« der Beschäftigten, sei auseinandergebrochen. Dass die Tarifbindung in Flächentarifverträgen immer drastischer abnehme, ist für Sauerborn logische Folge dieser Entwicklung.
Schlüssige Antworten hätten die Gewerkschaften bislang nicht. Vielmehr hätten sie dem Druck nachgegeben und sich von der Arbeitszeitpolitik verabschiedet. Für Sauerborn ein strategischer Fehler. Lehre des Neoliberalismus sei, dass Verzicht die Wettbewerbsfähigkeit stärke, beispielsweise durch längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. In konkreten Situationen sei dies für Kollegen zwar der »letzte Strohhalm gewesen«, letztlich habe damit aber der Neoliberalismus »triumphiert«.
Dennoch hält es Sauerborn nicht für aussichtslos, dass Gewerkschaften die neue Konkurrenz der Arbeitnehmer wieder »in den Griff« bekommen. Dazu sei eine Verlagerung auf eine andere Ebene erforderlich. So könnten sich etwa die Einzelgewerkschaften im Transportbereich auf europäischer Ebene zusammenschließen. Außerdem müssten Arbeitskampfformen entwickelt werden, bei denen Kunden und Öffentlichkeit in die Arbeitskämpfe mit einbezogen werden. Tarifrunden nur über Verhandlungen zu führen, werde »in der Regel nicht mehr gelingen«.
Das in vielen europäischen Ländern existierende politische Streikrecht hält Sauerborn für zwingend geboten. Rente mit 67, Hartz IV oder Gesundheitsreform beträfen schließlich alle Gruppen der Gesellschaft. Der Verzicht auf politische Streiks sei ein Zugeständnis der Gewerkschaften an die Sozialpartnerschaft des »Rheinischen Kapitalismus« in den frühen 1950er Jahren gewesen. Wenn der durch den globalisierten Kapitalismus überholt sei, könne das damalige Zugeständnis auch nicht mehr gelten.
Es gibt keine Gewerkschaften für die Arbeitnehmer.Hinter geschlossenen Türen kungeln sie mit der Politik und Wirtschaft.Am 1.Mai werden dann zur Beruhigung der Massen markige Worthülsen von sich gegeben,wir hart der Kampf bei Kaffee und Kuchen gewesen ist.Sie haben uns längst verraten,diese Schoßhunde der Reichen und Mächtigen.Von denen haben wir nichts mehr zu erwarten,aber auch garnichts.Gehen wir unseren eigenen Weg des Widerstandes.1989 ist nicht so weit weg.Habt keine Angst.Millionen wie 1989 sind eine Macht,die jedes System wegfegt.Wir sind nicht allein.Nur ein wenig Mut.Der Nachbar kommt auch mit.Glaubt mir.Ich war dabei.Es ging auch ohne Gewerkschaften.
Gewerkschaften ? Ich sehe nur überbezahlte postengierige,machtgeile Funktionäre.Es gibt ein Wort,daß die Gewerkschaften in Deutschland fürchten,wie der Teufel das Weihwasser.Sie hassen es.Sie würden es am liebsten aus dem Duden streichen lassen,es aus den Geschichtsbüchern verbannen,schwärzen und dem Vergessen zum Opfer fallen lassen.Oh ja,das tut so richtig weh.Wo man sich doch mit den Mächtigen geeinigt hat.Der Sessel ist so bequem und bringt viele Vergünstigungen mit sich.Wie ein warmes Tuch hüllt es sie ein.Das Millionen Arbeitnehmern nur auf ein Wort warten,daß Führung verspricht,sich zur Wehr setzen,gegen den unbeschreiblichen Sozialabbau,endlich den Banken und Zockern in den Arm fallen,gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum,daß wollen sie nicht aussprechen.Lieber soll die Gewerkschaft noch weiter schrumpfen.Es ist ihnen egal.Egal sind ihnen die Arbeitnehmer,egal sind ihnen die Soldaten in Afghanistan.Egal ist ihnen der Krieg sowieso.Egal sind ihnen die Menschen.Sonst würden sie sagen,daß jetzt die Grenze der Zumutbarkeit ,der Belastungen der Menschen in Deutschland erreicht ist.Flasche leer.Was haben sich Regierung erlaubt. GENERALSTREIK.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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